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Die Ernte des Miraculix

Dr. Bernhard Wiedemann 1999. Die Bilder auf diesen Seiten dürfen heruntergeladen und in private Webseiten eingebaut werden, sofern sie mit dem deutlich sichtbaren Hinweis B.Wiedemann versehen werden und dieser Hinweis mit einem Link nach http://www.bewie.de unterlegt wird. Jede weitergehende Verwendung nur mit meiner ausdrücklichen Genehmigung.

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Magische Kräfte wurden der Mistel früher zugeschrieben, wie jedermann weiß, der Asterix und Obelix gelesen hat. Das lag wohl daran, daß die Mistel so ganz anders als die allermeisten Pflanzen parasitisch aus dem Baumholz wächst und im Winter immer noch grün bleibt, während ihr Wirt längst sämtliche Blätter abgestoßen hat. Doch auch ansonsten ist ihre Optik durchaus ungewöhnlich. Wer einen mistelbewachsenen Baum von weitem sieht, glaubt kugelartige Gebilde in seinem Geäst zu erkennen. Und aus der Nähe betrachtet, fällt das streng dichotome Wachstum der Mistel auf: Sie verzweigt sich immer im Zweiertakt.

Heutzutage werden Mistelextrakte und Mistellektine als ergänzende Mittel in der Krebstherapie eingesetzt. Sie können den Krebs alleine nicht besiegen und sind kein Ersatz für die modernen sysnthetischen Chemotherapeutika. Allerdings gibt es wissenschaftliche Studien, in denen die Lebensqualität von Krebskranken mit Mistellektinen eindeutig besser wurde.

 Aus dem Mistelextrakt wurde inzwischen als wirksame Komponente das Mistellektin isoliert. Es gelang dann, dieses Eiweißmolekül rekombinant in Bakterien herzustellen. Das zweikettige Eiweißmolekül weist einen Doppeleffekt auf: Bei lokaler Applikation höherer Dosen wirkt das Mistellektin zytotoxisch, bei subkutaner Injektion kleinster Mengen jedoch immunmodulierend.

In Tierversuchen stimuliert das Mistellektin 1 die Immunzellen. Außerdem reduziert es bei manchen Tumoren die Aussaat von Tochtergeschwülsten. Daneben erhöht es im Blutserum die sogenannten Endorphine; diese körpereigenen Substanzen bessern die Stimmung
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