Ledermüller Mikroskopie Barock Augenergötzung 54: Etwas von einer feinen Brabanter Seide und einer halben kleinen Spinnwebe /">

Mikroskopische Gemüths- und Augenergötzung

Von Martin Frobenius Ledermüller (erschienen 1761)

54: Etwas von einer feinen Brabanter Seide und einer halben kleinen Spinnwebe

LEDERGEMUETH_TAB054Originaltext: "Auf dieser Tafel sind zweyerley Beobachtungen abgebildet, davon die erste ein Kunststück des schönen Geschlechts, die andere aber die tägliche Arbeit des allerabscheulichsten Inseckts, der Spinne vorstellet. Betrachtet man aber beede gegeneinander, so muß man doch der garstigen Spinne, will man anderst billig seyn, den Vorzug geben. ... Denn so schön auch das bischen Spitze ohne Vergrößerung anzusehen ist, so niedlich auf einer gewölbten Brust dieses durchsichtige Verdeck von feinsten Spitzen pranget, so unerträglich garstig siehet es im Mikroskop her, wo man nichts als ein grobes unordentliches Geflechte von Knoten und Schlingen aus Stricken und Seilen entdecket. Man erkennet weder Zeichnung noch die mindeste Ordnung daran, sondern man wird genöthiget, darüber zu lachen.
Wie siehet aber das Gewirke der Arachne, der fleißigen Spinne aus? Aller Orten, außer und inner dem Mikroskop, voller Gleichheit, voller Ordnung, und ich darf wohl sagen, voller Verstand."

aus: Ledermüller, Mikroskopische Gemüths- und Augen-Ergötzungen (Alle Bilder Ledermüllers einschließlich seiner Texte gibt es hier.)

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