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Sturm's Flora von Deutschland, Band 5

Mittelsamige und Haufenfrüchtige



Große Kuhschelle und Kleine Kuhschelle

Große Kuhschelle und Kleine Kuhschelle
Anemone pulsatilla et Anemone pratensis
Aus: J. Sturm's Flora von Deutschland
rötlichblühend
Früher nannte man die Pflanze auch Wolfspfote, Bockskraut, Güggelblume, Hackerkraut und Schlotteblume. Die Kleine Kuhschelle hieß auch Kühchenschelle, woraus im Lauf der Zeit Küchenschelle wurde.
Sie wächst auf warmem, kalkhaltigem Boden, im Trockenrasen oder in trockenen Wäldern und Gebüschen.
Alle Pflanzenteile enthalten das Gift Protoanemonin, das äußerlich Hautreizungen, Schwellungen, Blasen und Entzündungen verursacht. Innerlich verursacht es Erbrechen, Magen- und Darmstörungen sowie Krämpfe und Nierenentzündungen.
Schon die alten Griechen kannten die Wirkung der Küchenschelle, Dioscurides empfiehlt sie unter anderem bei Augenleiden und Geschwüren.
Auch bei den Druiden war die Heilwirkung der Pflanze sehr hoch geschätzt.
Hieronymus Bock schreibt, daß die "Kuchenschell" "ist gut wider die Pestilenz", "gifftiger Thier stich und biß" und, daß sie "Warzen und Flecken vertreibe".
Tabernaemontanus empfiehlt die Küchenschelle bei den gleichen Leiden, aber auch bei Fieber, zur Verhütung von Wassersucht und: "Kuchenschellenwasser in die Nase eingesupt / reinigt das Haupt und Hirn gewaltig von allem zähen Schleim und Unreinigkeit."
Im Mittelalter behandelten Bettler mit dem Saft ihre Arme und Beine, um mit den dadurch hervorgerufenen Entzündungen Mitleid zu erregen.
Darüber schreibt der Apotheker Tabernaemontanus in seinem Kräuterbuch:
"Die Landstreicher und Bättler, so aus Faulheit des Bätteln gewohnt, etzen ihnen die Schenkel mit diesem Kraut auf, womit sie die Leute betriegen."

Bild aus: J. Sturm's Flora von Deutschland


Stichworte:
Historische Bücher Sturm Buch Flora Deutschland

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