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Sturm's Flora von Deutschland, Band 14

Haufenblütige, Teil 2

Echter Lattich

Echter Lattich Echter Lattich, Lactuca scariola1
oder Hieracium lactuca.

Tafel 45:
a) Blätter und Blumenstand des wilden Lattichs, verkl.;
b) Blatt des Aostalattichs, verkl.;
c) Frucht, vergr.;
d) dieselbe ohne den Schnabel;
e) Uebergangsstelle der eigentlichen Frucht in den Schnabel;
f) Fruchtquerschnitt;
g) deren Basis.
Fast geruchlos. 25 bis 150 cm hoch. Blätter länglich lanzettlich bis rundlich, ungeteilt bis fiederspaltig, mit pfeil- oder herzförmigem Grunde stengel-umfassend. Blumen mehrblütig, in rispigem, bald ebenstraussähnlichem, bald schlankem dünnem Stande, dessen Zweige meist lang und locker trau-benähnlich sind und oft vor der Blütezeit nicken. Früchte vielrippig, grau-braun, schmalrandig, auf dem oberen Ende der Rippen und des Randes kurzborstig-rauh, mit weisslichem Schnabel von etwa derselben Länge wie die eigentliche Frucht. 1j und 0. 7-10. (Lactuca scariola de Candolle Urspr. d. Kulturpfl., L. scariola und sativa der meisten Floren.)
Hauptformen:
Wildwachsende (Hieracium lactuca scariola.)

a. Wilder Lattich. Hieracium lactuca silvestre.
Stengelgrund, Blattränder und Rippen der Blattunterseite stachelborstig. Blätter buchtig fiederspaltig, die mittleren am Grunde pfeilförmig, in aus-geprägter Kompassstellüng. Blumenstand meist schlank oder nach oben an Umfang abnehmend. (Lactuca scariola). An Strassen, Dämmen, Ufern, auf Oedland, in Gesträuchen und lichten Wäldern; zerstreut, doch im Küstenlande von der Trave westwärts und im Südosten von der Donau südwärts noch selten, auch im übrigen Gebiet nicht in die Waldgebirge eingedrungen. Breitet sich noch aus.
b. Aosta-Lattich. Hieracium lactuca augustanum.
Dem vorigen ähnlich. Niedrig, Blätter ungeteilt. (Lactuca augustana, L. scariola integrifolia.)
An Strassen und auf Oedland sehr zerstreut und oft unbeständig.
Kultivierte Salate (Hieracium lactuca sativum).
Stengel und Blattrippen ohne Stachelborsten, Blattränder zerstreut stachelig oder öfter stachellos, Blattgrund meist herzförmig. Blumenstände oft ebenstraussähnlich. Hüllblätter meist mit Harzdrüsen. (Lactuca sativa).
a. Römischer Salat. Hieracium lactuca romanum.
Blätter flach, ganzrandig oder etwas buchtig, die grundständigen ausge-breitet1), die übrigen aufrecht. (Florentiner Salat, Chicon). - Hierzu der seltene Spargelsalat, dessen Stengel und Blattrippen wie Spargel gekocht werden.
b. Kopfsalat. Hieracium lactuca capitatum.
Untere Blätter zusammenneigend. Hierzu als ältere locker-köpfigeFormen der Schnittsalat (Endivienlattich, eigentlicher Lattich) mit flachen ungeteilten Blättern und der Pflücksalat mit krausen, buchtig gelappten Blättern.
Der Anbau des Salats reicht in den Vogesen bis etwa 650 m.
Verwilderte Kulturformen sind an Strassen, Dämmen, auf Oedland und Ae-ckern nicht selten, in der Regel unbeständig.
Der Milchsaft des echten Lattichs wurde auch in der Heilkunde gebraucht. (Thridax).


Aus: J. Sturm's Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromoli-thographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).




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Allerdings muss man dabei wissen: Die botanische Klassifikation ist kein statisches System, sondern wird angesichts neuer Erkenntnisse immer wieder geändert. Die botanischen Namen, die im Sturm verwendet werden und hier wiedergegeben sind, stimmen daher in etlichen Fällen nicht mehr mit den heutigen Bezeichnungen überein. Die volkstümlichen Pflanzennamen haben sich zwar meist über viel längere Zeit erhalten, sind aber noch problematischer: Auch hier gibt es gewandelte Schreibweisen, darüber hinaus können sie von Region zu Region variieren und im übrigen bezeichnen sie nicht immer eine Spezies, sondern zum Teil Gattungen.

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