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Sturm's Flora von Deutschland, Band 14

Haufenblütige, Teil 2

Hohes Mauseohr

Hohes Mauseohr Hohes Mauseohr, Hieracium praealtum.
Tafel 59 (H. Rothianum Reichenbach Icon.):
a und b) Pflanze verkl.;
c) Blumenachsenstück, vergr.;
d) Hüllblatt, vergr.;
e) Blumenstielstück, vergr.;
f) Frucht, vergr.
Blaugrün. Meist ohne Ausläufer, seltener mit solchen oder mit Mittelbil-dungen zwischen Ausläufern und Blütenstengeln. Blätter lanzettlich bis lineallanzettlich, meist 10 bis 20 cm lang, nach dem Grunde allmählich ver-schmälert, vorn meist stumpf mit abgesetzter kleiner Spitze, ganzrandig, auf der Unterseite mit Sternhaaren, welche indessen sehr klein und hinfällig sein können. Ränder und Mittelrippe der Unterseite sind gewöhnlich an den äusseren Blättern der Rosetten langhaarig, an den übrigen mehr oder weniger kahl. Stengel 30 bis 120 cm hoch, zerstreut beblättert oder fast blattlos, mit Sternhaaren, meist auch mit mehr oder weniger zerstreuten abstehenden Haaren von etwa 6 mm Länge, welche am Grunde schwarz sind. Auch Drüsen kommen mehr oder weniger zerstreut vor. Blumenstand meist reichblumig, die unteren Zweige traubig gestellt, die oberen dolden-ähnlich gehäuft um die kürzer gestielte Mittelblume. Blumenhüllen stern-haarig, drüsig und meist auch langhaarig. Blumen gelb, von etwa 13 mm Durchmesser. 5-7, einzeln später. (H. florentinum, obscurum, Bauhini, viel-leicht auch teilweise H. magyaricum.)
In lichten Wäldern und Gesträuchen, auf trockenem Gras- und Oedland; zerstreut in Süd- und Mitteldeutschland (Alpen bis 1700 m), nur in Nord-bayern selten, zerstreut im östlichen Norddeutschland bis Altvorpommern, Bützow-Dömitz, Altmark, Braunschweig, Springe in Hannover, selten und meist unbeständig weiter nordwestwärts.


Aus: J. Sturm's Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromoli-thographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).




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Allerdings muss man dabei wissen: Die botanische Klassifikation ist kein statisches System, sondern wird angesichts neuer Erkenntnisse immer wieder geändert. Die botanischen Namen, die im Sturm verwendet werden und hier wiedergegeben sind, stimmen daher in etlichen Fällen nicht mehr mit den heutigen Bezeichnungen überein. Die volkstümlichen Pflanzennamen haben sich zwar meist über viel längere Zeit erhalten, sind aber noch problematischer: Auch hier gibt es gewandelte Schreibweisen, darüber hinaus können sie von Region zu Region variieren und im übrigen bezeichnen sie nicht immer eine Spezies, sondern zum Teil Gattungen.

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