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Sturm's Flora von Deutschland, Band 14

Haufenblütige, Teil 2

Wald-Habichtskraut

Wald-Habichtskraut Wald-Habichtskraut, Hieracium silvaticum.
Tafel 62:
a) Pflanze, verkl.;
b) Blüte in nat. Gr.;
c) Hülle in nat. Gr.;
d) Frucht in nat. Gr. und vergr.
Laub dunkelgrün oder gelblichgrün, die Blattunterseite oft violett, die Oberseite zuweilen fleckig.
Grundblätter meist länglich, mit herzförmigem, abgerundetem oder ge-stutztem Grunde, stumpf oder zugespitzt, in der Regel mit aufgesetzter Spitze, die Ränder nicht selten nahezu ganz, nicht selten auch vom Grunde bis zur Mitte eingeschnitten gezähnt, die hintersten Zähne zuweilen als Spiessecken, in anderen Fällen fast als Fiederblättchen erscheinend, ziemlich selten sind die Blattränder ringsum gleichmässig buchtig. Blattzähne in Drüsen auslaufend, Drüsenhaare an den Blättern in der Regel fehlend. Blät-ter nebst den Stielen mit langen, weisslichen oder rostfarbenen gezähnten Haaren, welche an den Rändern und am Mittelnerven der Unterseite oft besonders dicht stehen und auf der Oberfläche nicht selten schwinden. Stengel 25 bis 50 cm hoch, meist mit einem Laubblatt und 3 bis 15 Blumen in doldentraubigem Stande, unten mit zerstreuten Sternhaaren und langen weichen Haaren, oben dicht sternhaarig und mit schwarzen Drüsenborsten. Blumenhüllen vorwiegend mit schwarzen Drüsenborsten bekleidet. Griffel braun. 4-7, einzeln später. (H. murorum der meisten Floren.) Zuweilen legt sich ein Stengel nieder, entwickelt Blattrosetten und aus diesen aufgerich-tete Blumenzweige, schlägt aber keine Wurzeln.
In Wäldern und Gesträuchen, auch auf trockenerem Gras- und Oedland häufig, in den Alpen bis fast 2300 m. - Die Blütezeit beginnt in warmen Lagen Südwestdeutschlands Mitte April, in Norddeutschland Anfang Juni.


Aus: J. Sturm's Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromoli-thographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).




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Allerdings muss man dabei wissen: Die botanische Klassifikation ist kein statisches System, sondern wird angesichts neuer Erkenntnisse immer wieder geändert. Die botanischen Namen, die im Sturm verwendet werden und hier wiedergegeben sind, stimmen daher in etlichen Fällen nicht mehr mit den heutigen Bezeichnungen überein. Die volkstümlichen Pflanzennamen haben sich zwar meist über viel längere Zeit erhalten, sind aber noch problematischer: Auch hier gibt es gewandelte Schreibweisen, darüber hinaus können sie von Region zu Region variieren und im übrigen bezeichnen sie nicht immer eine Spezies, sondern zum Teil Gattungen.

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