13.03.2008 Nachrichten    Home
Nachrichten aus den Life Sciences
Mikrovesikel der Zelle live beobachtet
Spezielles Mikroskop überwindet bisherige Auflösungsgrenzen der Lichtmikroskopie
Vorspann

Die Anwendungsmöglichkeiten der ultrascharfen Fluoreszenzmikroskopie lebender Zellen sind enorm: Sie soll zu einem besseren Verständnis der biologischen Prozesse in lebenden Zellen führen und damit neue Wege zur Bekämpfung von Krankheiten eröffnen.

In der konventionellen Lichtmikroskopie, die heute breiten Einsatz in der biologischen und medizinischen Forschung findet, stellt das von Ernst Abbe 1873 formulierte Gesetz für die räumliche Auflösung eine physikalische Grenze dar, um Prozesse auf zellulärer Ebene zu beobachten. Professor Stefan Hell hat Wege gefunden, um diese Auflösungsgrenze von ca. 200 nm fundamental zu überwinden. Eine technische Umsetzung seiner Erkenntnisse ist die STED-Mikroskopie (Stimulated Emission Depletion), die Auflösungen von unter 50 nm ermöglicht. Diese Technologie hat Hell gemeinsam mit Leica Microsystems inzwischen bis zur Marktreife entwickelt. Sie erlaubt allerdings bisher nur die Untersuchung fixierter, d.h. toter Zellen.

Nun soll die Methode auf die Untersuchung lebender Zellen übertragen werden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, haben das Göttinger Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie und Leica Microsystems das Verbundforschungsprojekt "Nanolive" ins Leben gerufen.

Im Rahmen des Projektes werden instrumentelle Neuerungen, aber auch neue Fluoreszenzfarbstoffe und fluoreszierende Proteine als langlebige und hoch spezifische Marker erforscht. Die Technologie soll nicht nur hoch aufgelöste Einzelbilder, sondern auch schnelle Bildsequenzen aus lebenden Zellen liefern (die untenstehende Link zeigt ein solches Beispiel). So könnte man dynamische Prozesse innerhalb oder zwischen einzelnen Zellen abbilden und damit neue Erkenntnisse über Signalübertragung, Zellkommunikation, Transportvorgänge und Zelldifferenzierungen gewinnen.

Links:
Hochaufgelöste Vesikelbewegung in einer Zelle (erfordert QuickTime)
Informationen zum Forschungsschwerpunkt Biophotonik

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