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Pflanzen, Algen und Cyanobakterien (Blaualgen) sind die Meister in Sachen Solarenergie,
weil sie in der Lage sind, das aufgefangene Sonnenlicht fast vollständig in chemische Energie
umzuwandeln. Das liegt unter anderem daran, dass die durch die Photonen freigesetzten Elektronen
nahezu 1:1 aus dem "Lichtempfänger" abtransportiert und dann als Triebfeder für
chemische Reaktionen genuzt werden können. Japanische Forscher haben jetzt einen neuartigen Ansatz
entwickelt, um Lichtenergie ähnlich effektiv einzufangen. Wie sie in der Zeitschrift Angewandte
Chemie berichten, "stöpseln" sie einen molekularen "Draht" direkt in ein
biologisches photosynthetisches System und leiten die dort freigesetzten Elektronen damit sehr
effektiv an eine Goldelektrode weiter.
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Algen bilden zum Teil wunderschöne Formen aus. Im Gegensatz zu Ästheten schätzen Naturwissenschaftler allerdings eher ihre Fähigkeit, Licht nahezu komplett in anderweitig verwendbare Energie umwandeln zu können. Kommerzielle Solarzellen aus Silizium sind längst nicht so effizient.
Mit dem Assimilationssystem einer Blaualge - sie steht in der Entwicklungs-Systematik weit unter der hier abgebildeten Zieralge - wurde nun ein erster Ansatz entwickelt, um diese Fähigkeit technisch nutzbar zu machen.
Foto: Wiedemann
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Der Wirkungsgrad der photovoltaischen Energieumwandlung ist für die praktische Anwendung
von Solaranlagen von ausschlaggebender Bedeutung. Theoretisch könnte pro absorbiertem Photon
ein Elektron gewonnen werden. Während heutige Solarzellen weit von solchen Werten entfernt
sind, schaffen natürliche photosynthetische Systeme eine fast 100%ige Quantenausbeute.
Um die Effizienz künstlicher Systeme zu verbessern, wurden Versuche unternommen, die
Bio-Lichteinfänger als dünne Schicht auf Elektroden aufzuziehen. Der Transfer
der Elektronen von der lichteinfangenden Schicht in den Stromkreis ist in derartigen
Systemen jedoch so ineffektiv, dass die Mehrzahl gar nicht erst am Zielort, der
Elektrode, ankommt.
Erfolgsgeheimnis natürlicher Photosysteme ist die perfekte Passform der
einzelnen Komponenten. Die Moleküle passen wie Steckverbindungen exakt ineinander
und können freigesetzte Elektronen direkt und nahezu verlustfrei weiterreichen.
Der neue Ansatz der japanischen Forscher verbindet nun trickreich Photosystem I (PSI)
der Blaualge Thermosynechococcus elongatus mit einer künstlichen Peripherie.
Statt Vitamin K1 wird ein molekularer Draht angeschlossen
Ein wichtiger Bestandteil in der Elektronenübertragungskette von PSI ist
Vitamin K1. Die Forscher entfernten Vitamin K1 aus dem PSI-Proteinkomplex und
ersetzten es durch ein künstliches Analogon. Dieses besteht aus drei Teilen:
1) Derselbe molekulare "Stecker", mit dem auch Vitamin K1 in den Proteinkomplex
gebunden ist (Naphthochinongruppe), wird zum "Einstöpseln" des künstlichen
Verbindungsstückes in das PSI verwendet.
2) Ein molekularer "Draht"
(Kohlenwasserstoffkette) gleicher Länge wie bei Vitamin K1 stellt sicher,
dass das Verbindungsstück aus dem Proteinkomplex herausragt.
3) Am anderen
Ende des Drahtes ist ein zusätzlicher "Stecker" (Viologengruppe),
der das Ensemble auf einer speziell beschichteten Goldelektrode verankert. Durch
Bestrahlung im PSI freigesetzte und über den Draht weitergeleitete
Elektronen überträgt die Viologengruppe sehr effektiv auf die
Goldelektrode.
Quelle: Nao Terasaki, National Institute of Advanced Industrial Science and Technology, Tosu (Japan), in: Angewandte Chemie 2009, 121, No. 9, 1613-1615, doi: 10.1002/ange.200805748
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