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Glasfasern als Lichtleiter sind offenbar keine Erfindung der letzten Jahrzehnte. Schwämme (Porifera), die entwicklungsbiologisch ältesten
mehrzelligen Tiere, sind in der Lage, mit Hilfe von amorphen Silikatstrukturen Licht weiterzuleiten.
Schon vor über zehn Jahren erregten Funde photosynthetisch aktiver Organismen im Inneren von Schwämmen Aufmerksamkeit. Man konnte sich nicht
recht erklären, wie diese Organismen im trüben Inneren von Schwämmen überleben konnten. Die Meeresbiologen Elda Gaino und Michele Sara
aus Genua (Italien) stellten dann die These auf, dass eventuell Licht ins Innere der Schwämme geleitet wird.
Marine Zoologen der Universität Stuttgart und des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften an der Universität Kiel haben nun im Rahmen
des Forschungsprojektes BIOTECmarin den Nachweis erbracht, dass die Silikat-Skelettelemente (Spiculae) des marinen Schwammes Tethya aurantium tatsächlich
Umgebungslicht in das Innere des lebenden Schwammes weiterleiten. Besitzen Schwämme diese Silikatstrukturen nicht - wie zum Beispiel der Goldschwamm
Aplysina aerophoba -, kann kein Lichttransport ins Innere nachgewiesen werden. Den Stuttgarter und Kieler Wissenschaftlern ist es damit erstmalig gelungen,
die Lichtleitung in einem lebenden Schwamm nachzuweisen. Bisher konnte die Lichtleiterfunktion nur an herauspräparierten Skelettnadeln mit eingekoppeltem
Laserlicht gezeigt werden.
Quelle: Journal of Experimental Marine Biology an Ecology 367, 2: S- 61-64
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Die Meerorange (Tethya aurantium) in ihrem natürlichen Lebensraum, hier im Limskikanal nördlich von Rovinj (Kroatien) in der Nordadria.Der Schwamm bildet zahlreiche radiär verlaufende Bündel aus Silikatnadeln aus.
Foto: Universität Stuttgart / Zoologie
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Drei der zahlreichen radiär verlaufenden Nadelbündel in Tethya sind hier dargestellt. Deutlich sieht man die Auffächerung der Bündel hin zur Oberfläche des Schwammes. Auf diese Weise wird das Licht ins Innere weitergeleitet und dort konzentriert.
Foto: Universität Stuttgart / Zoologie
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