Gestackte Makrofotografien
Insektenbilder mit erhöhter Schärfentiefe


Der gemeine Grashüpfer

Der gemeine Grashüpfer
Wie viele andere Arthropoden verfügen auch die Grashüpfer neben den Facettenaugen über drei kleine Ocelli. Sie sitzen an der Vorderseite des Kopfes, wie dieses Bild zeigt. Die Facettenaugen werden hier für den menschlichen Betrachter in den Hintergrund gedrängt und erscheinen als Wülste, die beiden oberen Ocelli werden spontaln als die eigentlichen Augen identifiziert. Das dürfte an einer genetisch programmierten Eigenschaft des menschlichen Gehirns liegen: Wir suchen und erkennen bei anderen Lebewesen automatisch die Augen und fixieren sie. Wobei unsere einprogrammierte Vorstellung von Augen eben nicht einem Facettenauge entspricht, sondern einer glatten gewölbten Fläche - hier also eher den Ocelli. Ein Untersuchung hierzu wurde gerade in den biology letters veröffentlicht. Fotografen ist diese Eigenschaft des menschlichen Gehirns zumindest ansatzweise schon längst bekannt: Es gilt als eiserne Regel, dass beim Fotografieren von Mensch und Tier die Augen scharf gestellt werden müssen, wenn es ein gutes Bild werden soll.


Zusätzliche Stichworte:
Grashüpfer Stacking DOF Fokusebenen Makrofotografie Makroaufnahme Makrobild gestackte Insektenbilder

Die Insektenbilder dieser Serie zeigen gegenüber normalen Makroaufnahmen eine deutlich erweiterte Schärfentiefe. Dies wird durch das sogenannte Fokus-Stacking erreicht. Hierbei nimmt man zunächst eine ganze Serie von Bildern auf, in denen jeweils ein anderer Schärfenbereich des Motivs abgebildet wird. Dann werden per Bildverarbeitung die scharfen Bereiche in den Einzelbildern isoliert und zu einem Gesamtbild mit erweiterter Schärfentiefe zusammengesetzt - fertig ist das gestackte Insektenbild. Die Bilder entstehen je nach Motiv aus 10 bis 200 einzelnen Aufnahmen, was schon ahnen lässt: Ganz so schnell entstehen die gestackten Insektenbilder nicht. Die gängigen Stacking-Programme zeigen zudem erhebliche Schwächen bei den Details. Wer es also möglichst genau haben und sich nicht auf stark verkleinerte Bildchen beschränken will, kommt nicht um manuelle Arbeit herum. Wer es auf die Spitze treiben will, kann für jedes Einzelbild auch noch mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung machen und daraus jeweils ein HDR-Bild zusammenfügen. Der Bearbeitungs-Aufwand steigt dabei allerdings gewaltig.