Stichworte: Arthropoden, Eukaryoten, Fauna, Lupenbild aus Bewie's Mikrowelt

Fruchtfliege
Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster, Essigfliegen) können im Herbst ganz schön lästig werden, weil sie manchmal in Massen um die Schale mit dem reifen Obst herumschwirren und ihre Eier darauf ablegen. Bei Winzern sitzen sie im Keller oder im Kelterhaus manchmal in solchen Mengen auf der Wand, dass diese ganz dunkelbraun wird. Wenn sie an den gärenden Most herankommen, kann dieser verdorben werden, weil die Fliegen Essigbakterien hineinbringen. Das hat auch einen biologischen Grund: Die Larven der Fruchtfliegen ernähren sich von Essigbakterien. Die Fliegen tragen deshalb an ihren Beinen sowohl Hefen wie auch Essigbakterien. Sie setzen sich in der freien Natur auf Fallobst, vorzugsweise auf die Stellen mit aufgeplatzter Schale und legen dort ihre Eier ab. Dabei streifen sie Hefen und Essigbakterien von ihren Beinen auf das Obst und richten auf diese Weise eine Biofabrik ein: Die Hefen produzieren Alkohol, der wiederum von den Essigbakterien verwertet und unter Energiegewinnung zu Essig verarbeitet wird. Schlüpfen dann die Larven aus den Eiern, finden sie genügend eiweißreiche Nahrung in Form von Hefen und Essigbakterien vor.

So lästig die Fruchtfliegen sein mögen, unter der Lupe betrachtet sehen sie mit ihren roten Augen recht faszinierend aus. Und ihre Larven haben eine Besonderheit: In ihren Speicheldrüsen findet man Riesenchromosomen. Deswegen, und weil die Fruchtfliegen einfach zu züchten sind, waren sie lange Zeit beliebte Forschungsobjekte der Genetiker. Inzwischen ist die Methodik der genetischen Forschung aber längst weiterentwickelt worden, so dass es andere Untersuchungssysteme gibt.

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