Stichworte: Eukaryoten, Fauna, Lupenbild, aus Bewie's Mikrowelt

Sandstrand – Strandsand
Es lohnt sich immer, Strandsand unter das Stereomikroskop zu legen oder wenigstens mit einer starken Lupe zu betrachten. Die merkwürdigsten Figuren kommen zum Vorschein. Was hier beinahe aussieht wie eine Brustwarze, ist tatsächlich ein Bruchstück einer Seeigelschale – und zwar ein Gelenk zu einem der berüchtigten Seeigel-Stachel. Anders als beispielsweise beim menschlichen Bein, wo die Gelenkpfanne im Körper (im Beckenknochen) und der Gelenkkopf am peripheren Knochen sitzt, ist es hier umgekehrt. Die Gelenkpfanne sitzt am proximalen Ende des Stachels und der Kopf bzw. Gelenkhöcker an der Seeigelschale.
Den Stachel findet man natürlich auch im Strandsand. Er sieht aus wie ein Streichholz, ist allerdings nur noch ein Skelett und ziemlich heruntergeschliffen.
So sieht er im Rasterelektronenmikroskop aus. Ganz oben sieht man die bereits erwähnte Gelenkpfanne; dies ist also die Basis des Stachels, die Spitze liegt unten weit außerhalb des Bildfeldes. Der Kranz zwischen Stachelbasis und dem gestreiften Schaft ist hier nicht so abgeschliffen wie im vorherigen Bild.
Hier die Gelenkpfanne im Großformat – also das Gegenstück zum oben gezeigten Gelenkkopf.
Die Streifen unterhalb des Gelenks sind massiv und gehen nach innen in eine spongiöse Substanz über.
Hier sieht man an einer Bruchstelle des Stachels die Binnenstruktur und die Struktur der Streifen.
Im Lichtmikroskop zeigt sich, dass der Stachel in der Mitte zwar opak ist, an den Rändern jedoch das Licht durchscheint. Tatsächlich sind die Streifen langgestreckte Monokristalle Calcit, die Binnenstruktur besteht ebenfalls aus diesem Material. Das erklärt auch, warum die Stacheln so leicht wie dünne Glasstäbchen abbrechen und in der Haut steckenbleiben.
Zum Schluss nochmal eine Lupenaufnahme der Stachelbasis.

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