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Schmalblättrige Wicke aus Sturms Flora von Deutschland, Band 9: Hülsenfrüchte – Tafel 14
Schmalblättrige Wicke, Vicia angustifolia
Tafel 14:
a) Pflanze, verkl.;
b) untere,
c) obere Blättchen in nat. Gr.;
d) Nebenblätter in nat. Gr.;
e, f) Blüten in nat. Gr.;
g) Kelch, vergr.;
h – k) die Kronblätter, vergr.;
l) Staubgefässe und Griffel, vergr.
m) Frucht in nat. Gr.;
n) Samen in nat. Gr. und vergr.
Stengel meist klimmend, zuweilen niederliegend oder anfangs aufrecht. Nebenblätter mit grossem, zuweilen augenfällig schwarzem Saftmal, meist gezähnt. Blätter drei- bis siebenpaarig. Blättchen linealisch bis verkehrteiförmig, gestutzt oder ausgerandet, stachelspitzig, selten spitz, in der Regel rankend, selten mit kleinem Endblättchen. Blütenstiele meist zwei- oder einblütig, selten drei- bis fünfblütig. Am Grunde der Stengel treten nicht selten kleistogame Blüten auf, deren Früchte sich unterirdisch entwickeln. Kelchzähne alle gleichmässig vorgestreckt, gleichlang, ungefähr so lang wie die Röhre. Blumen rot oder bunt. Fahne kahl. Früchte linealisch oder breitlinealisch, kahl oder behaart, die breiteren bei der Reife den Kelch sprengend. Samen glatt. 5-7
Auf Aeckern, Gras- und Oedland, in Gesträuch und lichten Wäldern, gemein.
Wichtigste Unterarten und Rassen:
a1) Unkraut-Wicke, Vicia angustifolia segetalis. Stengel 10-50 cm lang. Blättchen lineallänglich, meist gestutzt. Blumen rot. Reife Früchte kahl, glatt, schwarz, den Kelch sprengend. So besonders unter Getreide und zwischen Gesträuch. Kommt selten weissblühend vor.
a2) Futter-Wicke, Vicia angustifolia sativa. Stengel ziemlich aufrecht, 30 bis 90 cm lang. Blättchen verkehrteiförmig bis länglich linealisch, ausgerandet oder gestutzt. Fahne blau, Flügel rot. Reife Früchte behaart, etwas uneben, braun, den Kelch sprengend. (Vicia sativa) Ist die am meisten gebaute Wicke, nimmt in Ostpreussen 2% des Ackerlandes ein, in Westpreussen und Posen, sowie in der Rheinprovinz, Lothringen, der Pfalz, Baden, Württemberg, Hohenzollern und Schwaben mehr als 1%, im übrigen weniger. Nicht selten einzeln verschleppt.
b) Bobart-Wicke, Vicia angustifolia Bobartii. Stengel ausgebreitet oder klimmend, 8 bis 30 cm lang. Blätter mit oder ohne Ranken. Blättchen der oberen Blätter meist linealisch, gestutzt, zuweilen spitz. Blumen rot. Reife Früchte kahl, schwarz, schmal, den Kelch nicht sprengend. So besonders auf Grasland.
c) Herzblatt-Wicke, Vicia angustifolia cordata. Blätter meist siebenpaarig. Blättchen lineal-keilig, tief ausgerandet, fast zweilappig (Vicia cordata). So nur selten aus Südeuropa eingeschleppt.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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