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Blutkraut aus Sturms Flora von Deutschland, Band 9: Myrten – Tafel 46
Blutkraut, Lythrum salicaria
Tafel 46, Fig. 1:
a) Blütenstand, verkl.;
b) Blüte in nat. Gr.;
c) durchschnittene Blüte, vergr.;
d) Staubgefäss, vergr.;
e) Fruchtknoten, vergr.;
f) Narbe, stärker vergr.;
g) Frucht, vergr.;
h) Frucht im Kelch durchschnitten, vergr.;
i) Samen, stark vergr.
Stengel 30-120 cm hoch, behaart. Blätter meist gegenständig, mit herzförmigem Grunde sitzend. Blütenstände ansehnlich, aus quirlig stehenden Blütengruppen gebildet. (Es giebt eine Abänderung mit wechselständigen Blättern und oft einzeln in den Blattwinkeln stehenden Blüten). Kelche zweimal sechszähnig, die inneren Zähne kürzer als die äusseren. Kronblätter in der Regel sechs, blutrot mit dunklerer Mittellinie. Staubgefässe zweimal sechs; ihre Stellung zum Griffel kommt dreifach verschieden vor („Trimorphismus“): 1. Griffel kurz, beide Staubbeutelkreise über ihm, 2. Griffel mittellang, seine Spitze zwischen den auseinandergerückten Staubbeutelkreisen, 3. Griffel lang, beide Staubbeutelkreise überragend. Staubfäden und Griffel liegen in der wagerechten Blumenröhre unten, Staubbeutel und Narben sind aufwärts gekrümmt. Zwischen Fruchtknoten und Kelchrand wird Honigsaft gebildet. Insekten übertragen den Blütenstaub von Pflanze zu Pflanze. Der Blütenstaub der verschiedenen Blumenformen ist verschieden, ebenso die Narbenpapillen. Vollkommene Samenbildung erfolgt nur, wenn lang- griffelige Blüten durch Blütenstaub aus langen Staubgefässen, mittelgriffelige Blüten durch solchen aus mittellangen Staubgefässen, kurzgriffelige Blüten durch solchen aus kurzen Staubgefässen befruchtet werden. 2J.. 6, wenn gemäht bis 9. (Synonyme: Weiderich, Blutweiderich).
Täler und Auen, Sümpfe, nasse Wiesen; häufig.
Portel, Peplis portula
Tafel 46, Fig. 2:
a) Zweig in nat. Gr.;
b) Blüte in nat. Gr. und vergr.;
c) Narbe, vergr.;
d) Fruchtknoten, vergr.;
e) Frucht in nat. Gr. und vergr.;
f) durchschnittene Frucht, vergr.;
g) Samen in nat. Gr. und vergr.
Stengel 1-30 cm lang, verzweigt, niederliegend oder flutend, kahl. Blätter gegenständig, stumpf. Blüten klein, blattwinkelständig, sechszählig. Kronblätter hinfällig, zuweilen fehlend. Früchte kugelig, aus dem Kelch hervorragend 7-10.
An Ufern und auf zeitweise unter Wasser kommendem Boden in Gruben, ausgefahrenen Wegen, auf Aeckern und Heiden nicht selten.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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