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Heidelbeere aus Sturms Flora von Deutschland, Band 9: Heiden – Tafel 55
Heidelbeere, Vaccinium myrtillus
Tafel 55:
a) Blütenzweig in nat. Gr.;
b) durchschnittene Blüte, vergr.;
c) junge Frucht, vergr.;
d) Staubbeutel, vergr.;
e) fruchttragende Pflanze, verkl.;
f) Frucht in nat. Gr.;
g) durchschnittene Frucht in nat. Gr.;
h) Samen, vergr.
Aeste scharfkantig. Blätter fein gesägt, beiderseits grün. Blüten meist einzeln an kurzen Zweigen. Blumen grün, rot überlaufen. Früchte durch und durch schwarz, in der Regel blau bereift, selten weiss oder rot. 4-5, in hohen Lagen 6. (Synonyme: Blaubeeren, Bickbeeren, Wehlen).
In Wäldern nicht selten, oft massenweise („Beerkrautfilz“). Die Bedeutung der Art für die Volkswirtschaft kann in Ermangelung einer allgemeinen Statistik nur durch einige Beispiele erläutert werden. In den Vogesen- und Schwarzwaldthälern finden sich alljährlich Händler ein, welche grosse Mengen von Heidelbeeren für Frankreich zur Weinfärbung aufkaufen. Andere Mengen werden von den Bewohnern und Anwohnern dieser Gebirge zu Mus, Saft und Branntwein, neuerdings auch zu Beerwein verarbeitet. Die Gemeinde Sufflenheim am Hagenauer Walde, 710 Haushaltungen stark, verkaufte 1896 50.000 Liter Heidelbeeren für 5000 Mk., und ungefähr ebensoviele wurden im Dorfe selbst verbraucht und zubereitet. In der Provinz Brandenburg haben einige Dörfer in der Brandsheide, einem grossen Kiefernwalde bei Beizig, Heidelbeerferien. In Laubwäldern des Flachlandes sind, seit der Buchenhochwald Mode geworden, die Heidelbeeren seltener geworden und nur auf moorigem Grunde noch strichweise häufig. 1821 aber wurden im Rendsburger Forst in Holstein auf einer Fläche von ungefähr 3000 ha ungefähr 68 000 Liter Heidelbeeren im Werte von 12 000 Mk. gesammelt.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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