Stichworte: Band09, Flora, Historie, Sturm, aus Bewie's Mikrowelt

Große und echte Schlüsselblume aus Sturms Flora von Deutschland, Band 9: Primeln – Tafel 62
Grosse Schlüsselblume, Primula elatior
Tafel 62, Fig. 1:
a) Pflanze, verkl.;
b) Blüte in nat. Gr.
Stengel 5 bis 30 cm hoch, meist doldig-reichblütig, seltener arm- oder einblütig. Auch auf einblütigen Stengeln steht der Blütenstiel in der Achsel eines kleinen Hochblattes an der Stengelspitze. Kelche walzenförmig, bleich mit grünen Kanten und kurz zugespitzten Zähnen. Saum der Krone von 15 bis 20 mm Durchmesser, flach oder etwas konkav, schwefelgelb oder etwas dunkler, am Schlünde mit orangefarbenem Ring. Blumen meist geruchlos, seltener stark duftend (fragrans). Blätter erst nach der Blütezeit entfaltet, länglich-verkehrteiförmig, mehr oder weniger plötzlich in den geflügelten Stiel zusammengezogen, gezähnt, unterseits kurzhaarig, oberseits behaart oder kahl. Reife Früchte länger als der Kelch. – Kulturrassen haben meist gelbrote Blumen, zuweilen kronenartige Kelche (calycantha). 2J. 3-5, selten einzeln gegen den Herbst.
In Laubwäldern, seltener auf Wiesen; fehlt in Ostpreussen, Westpreussen und Brandenburg, kommt in Posen nur im Cybinathal, Kreis Posen-Ost, vor, sonst meist nicht selten, strichweise häufig. Auch kultiviert.
Echte Schlüsselblume, Primula officinalis
Tafel 62, Fig. 2:
a) Pflanze, verkl.;
b) Blüte in nat. Gr.;
c) Kelch in nat. Gr.;
d) Kurzgriffelige Blüte durchschnitten in nat. Gr.;
e) Staubbeutel, vergr.;
f) Fruchtknoten, vergr.;
g) junge Frucht, in nat. Gr.;
h) aufgesprungene Frucht in nat. Gr.;
i) Samen, vergr.
Stengel 7 bis 35 cm hoch, in der Regel doldig-reichblütig. Kelche glockig aufgeblasen, meist ganz bleich, mit kurz zugespitzten Zähnen. Saum der Krone von 8 bis 15 mm Durchmesser, konkav, selten fast flach, in der Regel dunkelgelb mit fünf orangefarbenen Flecken am Schlund. Selten sind die Schlundflecke grünlich oder ganz undeutlich. Selten kommen auch bei wilden Pflanzen rote Blumen vor. Blumen stark duftend, selten geruchlos. Blätter erst nach der Blütezeit entfaltet, eiförmig oder herzeiförmig, plötzlich in den langen, oben sehr breit geflügelten Stiel zusammengezogen, seltener mit allmählich verschmälertem Grunde, am Rande gezähnt, unterseits kurzhaarig oder filzig. Reife Früchte kürzer als der Kelch. Ausnahmsweise kommen tiefgespaltene oder laubige Kelche und unregelmässig verzweigte Blütenstände vor. Kulturrassen haben bunte Blumen und zuweilen kronenartige Kelche (calycantha). 3-6, selten einzeln gegen den Herbst.
Auf Grasland, zwischen Gesträuch und in lichten Wäldern; im allgemeinen nicht selten, in den Alpen nur bei Reichenhall und Berchtesgaden, in den Regierungsbezirken Aurich und Stade nebst Oldenburg, Bremen und Hamburg nur selten eingeschleppt oder verwildert. – Alte Heilpflanze, in Gärten nicht gerade häufig.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

Kommentar schreiben

Kommentar