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Esche aus Sturms Flora von Deutschland, Band 10: Röhrenblütler – Tafel 3
Gemeine Esche, Fraxinus excelsior
Tafel 3:
a) Fruchtzweig, verkl.
b) männl. Blütenzweig in nat. Gr.
c) männl. Blüte, vergr.;
d) zwitteriger Blütenzweig in nat. Gr.;
e) Zwitterblüte, vergr.;
f) geöffnete Frucht in nat. Gr.;
g) durchschnittener Same in nat. Gr.
Bis 40 m hoch. Zweige kahl, grau, selten gelb oder rötlich. Blattstiele kahl oder stellenweise kurzhaarig. Blätter in der Regel gefiedert. Blättchen lanzettlich bis breit-oval, unterseits an den Nerven etwas behaart. Selten kommt eine Form mit ungeteilten Blättern vor (monophylla). Knospen schwarz. Blüten vor den Blättern erscheinend, teils zwitterig, teils eingeschlechtig, manche Bäume ganz männlich. Kelch und Krone fehlen. Staubbeutel herzförmig. Früchte vorn geflügelt, lineallänglich, vorn ausge- randet oder stumpf, zuweilen durch den Griffelrest stachelspitzig, nicht aufspringend, gewöhnlich einsamig. Die Trauereschen werden gewöhnlich durch verkehrt aufgepfropfte Zweige erzogen. Die Früchte bleiben oft bis zum Frühjahr hängen. 4-5. (Synonyme: Steinesche, Zähe Esche, Steinespe).
In Wäldern nicht selten, in den Alpen bis 1350 m. In gut bewirtschafteten Forsten der Ebene finden sich abgesehen von erkennbar angepflanzten Kämpen gewöhnlich nur vereinzelte Bäume, aber oft viele Sämlinge. Alte Nachrichten und Altertumsfunde beweisen, dass die Art im ganzen Reiche einheimisch ist.
An der Esche lebt nicht selten die der Blutlaus ähnliche Eschenwolllaus (Pemphigus fraxini).
Das zähe Holz wird zu Möbeln und besonders zu Turngeräten gebraucht. Die Früchte wurden früher in der Heilkunde unter dem Namen Lingua avis (d. i. Vogelzunge) gebraucht.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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