Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Aehrenthal
Aehrenthal

Heimath und Vorkommen: über ihre Entstehung ist Zuverlässiges nicht bekannt; Diel widmete sie dem Freiherrn von Aehrenthal zu Prag, der sich mit Pomologie beschäftigte. In Deutschland ist sie noch wenig verbreitet; sie verdient aber wegen ihrer Tragbarkeit und Güte alle Beachtung.
Literatur und Synonyme:
1. Aehrenthal’s grüne Herbstbutterbirne (Diel, Versuch einer systematischen Beschreibung der Kernobstsorten, II. Forts. S. 92).
2. Aehrenthal’s grüne Herbstbutterbirne (Dittrich, systematisches Handbuch der Obstkunde I. No. 93. S. 595).
3. Die Aehrenthal (Schmidt, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 108).
4. Aehrenthal’s grüne Herbstbutterbirne (Dochnahl, der sichere Führer in der Obstkunde, 1855. S. 113. No. 584).
5. Aehrenthal (Thomas, Guide pratique, S. 8l).
Gestalt: mittelgrosse, kreiselförmige, etwas veränderliche, etwa 60 mm breite und 70 mm hohe Frucht; der Bauch sitzt in der Mitte; nach dem Kelche rundet sich die Frucht normal ab und endet mit oder ohne Einbiegungen mit abgestumpfter Spitze.
Kelch: offen oder halboffen; Blättchen hartschalig, mit auswärts geneigten Spitzen; Kelcheinsenkung flach und eben.
Stiel: holzig, mässig lang, hellgrün, oben auf, wie eingesteckt, mitunter seitwärts gedrückt, von Falten umgeben.
Schale: etwas rauh, hellgrün, später gelblich-grün, mit zahlreichen, hellgrünen, an der Sonnenseite oft grauen Pünktchen bedeckt; Rost findet sich mitunter um den Kelch und den Stiel.
Fleisch: weiss, saftreich, butterhaft, von angenehm gewürztem Geschmack.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer mässig gross, länglich-eiförmige, kurz zugespitzte, braune Samen enthaltend, von schwachen Granulationen umgeben. Kelchröhre kurz, trichterförmig.
Reifezeit und Nutzung: sie reift Mitte September und hält sich, kühl aufbewahrt, etwa 3 Wochen. Eine recht gute Frucht für die Tafel, aber auch für die Wirthschaft sehr brauchbar.
Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, ist ausserordentlich tragbar und gedeiht selbst in leichtem Sandboden, wenn derselbe nur nicht zu trocken ist. Sommertriebe olivengrün, glatt, zahlreich, weiss punktirt; Fruchtaugen kurz-kegelförmig; Holzaugen spitz, abstehend; Blätter breit-elliptisch, eiförmig, langzugespitzt, unterseits etwas wollig, in der Regel ganzrandig oder nur an der Spitze deutlich gesägt; Stiel lang und stark.


Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

Kommentar schreiben

Kommentar