Stichworte: Flora, Historie, Thomé, aus Bewie's Mikrowelt

Apfel
Tafel 349. Pirus Malus L. (Apfelbaum) A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Längsschnitt durch die Blüte nach Entfernung der Blumenkrone; 2 Fruchtlängs- 3 Fruchtquerschnitt; 4, 5 und 6 Längs- und Querschnitte durch den Samen; 7 Keimling. 1 und 4 bis 7 vergrössert.

Bis 10 m hoher (wild, oft dorniger) Baum oder Strauch. Blätter krautig, eiförmig, kurz zugespitzt, gekerbt-gesägt bis scharf- oft doppeltgesägt; Blattflächen meist doppelt so lang als ihr Stiel. Blüten gross, weiss, fast immer rot überlaufen, Staubbeutel gelb. Erstweiblich; nachts Avohlriechend; wird von zahlreichen Nachtfaltern besucht und bestäubt. In Wäldern; zerstreut. Von der wilden Art lassen sich 2 Abarten unterscheiden. a. var. austera Wallroth (P. acerba Merat), Sauerapfel. Blätter, Blütenstiele und Kelch schon in der Jugend ziemlich kahl. Blütenblätter schmal. Frucht säuerlich. b. var. mitis Wallroth, Süssapfel. Blätter, Blütenstiele und Kelch auch im Alter noch mehr oder weniger wollfilzig. Blütenblätter breiter. Früchte süsslich. Die zahlreichen Kultursorten teilt Lucas in die untenstehenden 15 Klassen

Bilder und Texte (z.T leicht modifiziert) aus: Thome, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 2. Auflage

Apfelklassen nach Lucas:

  • Calvillen, grosse, unregelmässig gebaute Äpfel, mit Rippen, welche aus dem Kelchnabel hervoirkommen; Kernhaus meist offen (d. h. Fächer nach innen offen); Fleisch ziemlich grob, bald mürbe und weich werdend, von angenehmem Gerüche; Schale fettig.
  • Schlotteräpfel, grosse Äpfel von verschiedener Gestalt, mit grossem, offenem Kernhause; Schale nicht fettig. Fleisch ziemlich grob, meist ohne gewürzhaften Geruch und Geschmack, aber säuerlich oder süsslich.
  • Gulderlinge, mittelgrosse Äpfel mit offenem Kernhause; Fleisch feinkörnig, fest, bisweilen gewürzhaft, meist säuerlich oder süss.
  • Rosenäpfel, grosse Äpfel von regelmässiger Gestalt, aber oft mit Rippen; Schalen fein und glatt; Fleisch sehr locker, schwammig, süsslich-gewürzhaft; Kernhaus meist geschlossen.
  • Traubenäpfel, meist kleine und regelmässige Äpfel; Fleisch feinkörnig, saftig, von gewürzhaftem Geschmack; Kernhaus offen oder geschlossen.
  • Pfundäpfel oder Hamboure, meist sehr grosse, oft ungleichhälftige und gerippte Äpfel; Schale derb, glänzend, nicht fettig; Fleisch grobkörnig, locker, nicht oder schwach gewürzhaft, meist etwas säuerlich; Kernhaus offen oder geschlossen.
  • Rambour-Reinetten, wie alle folgenden Reinetten von feinkörnigem, ziemlich festem, meist etwas knackendem Fleische von ziemlicher Schwere, von vorherrschend gelber Farbe und gewürzhaft-weinsäuerlichem Geschmacke; Schale meist durch rostfarbige Fleckchen rauh; mit Rippen, die aus dem Kelchnabel hervortreten.
  • Einfarbige oder Wachs-Reinetten, wie vorige, aber einfarbig gelb, an der Sonnenseite nicht oder wenig gefärbt, meist mittelgross.
  • Borsdorfer Reinetten, ziemlich kleine, mehr rundliche, selbst glatte Äpfel, gelb, an der Sonnenseite gerötet, oft warzig; Kernhaus meist geschlossen; Fleisch fein und fest, von eigentümlichem Geschmacke.
  • Rote Reinetten, verschieden in Gestalt und Grösse, hell- oder grünlich-gelb, an der Sonnenseite schön gerötet; Fleisch feinkörnig, gelblich, anfangs fest und knackend, später etwas mürbe.
  • Graue Reinetten, regelmässig kugelig, glattrund oder länglich, die grünlichgelbe Grundfarbe durch zahlreiche Rostflecken grau und daher von rauher Oberfläche. Fleisch gelblich, feinkörnig. Kernhaus in der Regel geschlossen.
  • Gold-Reinetten, in Form und Grösse verschieden, von goldgelber Grundfarbe, an der Sonnenseite oft gerötet, bisweilen durch Rostflecken unrein; Fleisch gelblich, feinkörnig, ziemlich fest, von eigentümlichem Geschmacke.
  • Streiflinge, verschieden gestaltete Äpfel, mit gestreifter Schale und und fadem, selten säuerlichem Fleische.
  • Spitzäpfel, Äpfel, die im unteren Drittel am breitesten, nach dem Stielnabel dagegen abgerundet sind, daher abgestumpft-kegelförmig; Schale nicht gestreift.
  • Plattäpfel, sehr glatt kugelig, oben und unten fast flach; Schale glatt, oft schön gefärbt, aber nicht gestreift; Fleisch ziemlich fest, grobkörnig, fade oder höchstens säuerlich, nie gewürzhaft.

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