Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Birne Dr. Jules Guyot
Dr. Jules Guyot

Heimath und Vorkommen: sie wurde von den Baumschulenbesitzern Gebrüder Baltet in Troyes aus Samen gezogen und im Jahre 1875 in den Handel gebracht. Die Königliche Gärtner-Lehranstalt zu Potsdam erhielt 1877 zwei Stämme von Burvenich in Gent, welche bereits 1879 köstliche Früchte trugen. In Deutschland ist sie noch wenig bekannt, verdient aber wegen ihrer Güte und Tragbarkeit häufig verpflanzt zu werden.
Literatur und Synonyme:
    1. Dr. Jules Guyot (Thomas, Guide pratique 1876, S. 110). Gestalt: mittelgrosse, etwa 70 mm breite und 100 mm hohe, kegel- oder birnförmige Frucht; der Bauch sitzt nach dem Kelche hin, um den die Frucht sich eiförmig abrundet; nach dem Stiele nimmt sie mehr oder weniger mit schlanken Einbiegungen ab und endet mit abgestumpft kegelförmiger Spitze. Die Rundung ist oft ungleich und die eine Seite mehr entwickelt, als die andere.
Kelch: offen oder halboffen; Blättchen kurz, hartschalig, aufrecht; Kelcheinsenkung sehr flach, mit einigen Falten umgeben.
Stiel: stark, lang, gekrümmt, hellbraun, oben auf, wie eingesteckt, oft auch zur Seite gedrückt.
Schale: fein, glatt, hellgrün, bei völliger Reife blassgelb, um den Kelch oft mit feinem, zusammenhängendem Roste bedeckt, der bei ungünstiger Witterung die Frucht mehr oder weniger überzieht. Punkte fein, grünlich, später bräunlich. Stark besonnte Früchte sind sonnenwärts goldartiger gefärbt.
Fleisch: gelblich-weiss, fein, saftvoll, butterhaft, von ausgezeichnetem, weinsäuerlichem, etwas gewürzhaftem Geschmack.
Kernhaus: fast geschlossen; Kammern geräumig, ovale, lang zugespitzte, hellbraune Samen enthaltend; Granulationen sind wenig bemerklich.
Reife und Nutzung: Anfang September; sie reift mit Clapp’s Lieblingsbirn, William’s Christbirn, der Guten Grauen u. s. w. Es ist eine vorzügliche Tafelfrucht, die allgemeine Verbreitung verdient.
Eigenschaften des Baumes: er wächst gut, ist nicht empfindlich, sehr tragbar und gedeiht auch auf Quitte; die Früchte wurden selbst in den kühlen Sommern 1879 und 1881 ganz vorzüglich.
Sommertriebe schlank, olivengrün, oben bräunlich, punktirt, an den Spitzen schwach wollig; Holzaugen kegelförmig, spitz, braun, abstehend; Blätter eiförmig, lang zugespitzt, schwach gesägt; Blattstiele lang, stark.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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