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Birne General Tottleben
General Tottleben

Heimath und Vorkommen: sie wurde von Fontaine de Ghélin zu Mons in Belgien aus Samen gezogen und von Ambroise Verschaffelt in Gent in den Handel gebracht; die Aussaat geschah im Jahre 1839, im Jahre 1855 brachte der Mutterstamm die ersten Früchte. Anfänglich wurde vielfach eine falsche Birne statt ihrer verbreitet, weshalb auch die Urtheile über sie sehr verschieden lauten. Für Hausgärten, für warme Lagen und guten feuchten Boden ist ihre Anpflanzung zu empfehlen.
Literatur und Synonyme:
      1. General Tottleben (Bivort, Annales de Pomologie, VIII. S. 57).
      2. General Tottleben (Ad. Papeleu, Illustration horticole de Gand, 1858).
      3. General Tottleben (Palandt, Illüstrirte Monatshefte, 1865, S. 34).
      4. General Tottleben (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 544).
      5. General Tottleben (Jahn, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 502). Gestalt: grosse, birnförmige, oft auch flaschenförmige, etwa 75 mm breite und 110 mm hohe Frucht; der Bauch sitzt nach dem Kelche zu, um den die Frucht sich eiförmig abrundet; nach dem Stiele zu macht sie schlanke Einbiegungen und endet mit stump-kegelförmiger Spitze.
Kelch: offen; Blättchen gross, ziemlich lang, mit nach aussen gebogenen Spitzen, oft auch verkümmert; Kelcheinsenkung eng und tief, mit schwachen Falten umgeben, die mitunter über die Frucht verlaufen.
Stiel: lang, stark, an der Basis fleischig, meist gebogen, braun, wie eingesteckt zwischen Falten, oft auch ohne Absatz in die Frucht übergehend.
Schale: glatt, hellgrün, später citronengelb; Punkte zahlreich, bräunlich; Rostüberzüge finden sich häufig, am stärksten um den Kelch und um den Stiel.
Fleisch: gelblich-weiss, mitunter schwach lachsfarbig, fein, schmelzend, saftreich, von sehr angenehm süssweinigen Zuckergeschmack.
Kernhaus: hohlachsig; Kammern klein, lang zugespitzte, dunkelbraune Samen enthaltend; Granulationen sind kaum bemerklich.
Reife und Nutzung: November – December. In warmen Lagen eine vorzügliche, ansehnliche Frucht für die Tafel.
Eigenschaften des Baumes: er wächst lebhaft, ist sehr fruchtbar, bildet auf Quitte schöne Pyramiden, verlangt guten, feuchten Boden und warme, geschützte Lage.
Sommertriebe lang und stark, bräunlich-grün, stark punktirt; Fruchtaugen stumpfkegelförmig, Holzaugen spitz abstehend; Blatt oval oder breit elliptisch, kurz zugespitzt, hellgrün, schwach gezähnt; Nebenblätter linienförmig.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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