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Birne Hardenpont’s Leckerbissen
Hardenpont’s Leckerbissen

Heimath und Vorkommen: diese vorzügliche Frucht wurde 1759 von dem Abbé Hardenpont in seinem Garten am Fusse des Berges Paniselle bei Mons gezogen. 1808 wurde sie in Frankreich eingeführt; Diel erhielt sie 1810 von van Mons unter dem Namen Charles d’Autriche. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Délices d’Hardenpont aus Angers.
Literatur und Synonyme:
1.  Hardenpont’s Leckerbissen (Diel, Versuch einer systematischen Beschreibung der Kernobstsorten. IV. S. 191).
2. Délice d’Ardenspont (Poiteau, Pomologie francaise, 1848, t. III. No. 38).
3. Fondante de Paniselle (Bivort Album de Pomologie, t. III. 1850. S. 30).
4. Charles d’Autriche (Decaisne, le Jardin fruitier du Museum, I. 1858).
5. Archiduc Charles (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 52).
6. Hardenpont’s Leckerbissen (Jahn, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 230). Gestalt: mittelgrosse, dickbauchig-kegelförmige oder kreisel-birnförmige, veränderliche, etwa 70 mm breite, 80 mm hohe Frucht. Der Bauch sitzt nach dem Kelche zu, um den die Frucht sich flach abrundet; nach dem Stiele endet sie mit stumpfkegelförmiger Spitze.
Kelch: offen; Blättchen klein, oft schlecht entwickelt, hartschalig; Kelcheinsenkung breit und tief.
Stiel: dick, fleischig oder holzig, lang, obenauf wie eingesteckt, bisweilen zur Seite gedrückt.
Schale: glatt, hellgrün, später citronengelb, auf der Sonnenseite selten schwach geröthet, mit zahlreichen Rostpunkten und zimmetfarbigen Rostanflügen, besonders um Kelch und Stiel.
Fleisch: weiss, fein, saftreich, butterhaft, von angenehm zucker-süssem, zimmetartigem Geschmack.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer geräumig, eirunde, lang zugespitzte, dunkelbraune Samen enthaltend. Granulationen kaum bemerklich.
Reife und Nutzung: Ende October, Anfang November; sie hält sich etwa 14 Tage und gehört zu den besten Tafelfrüchten.
Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, bildet eine schöne Pyramide, kommt auf Wildling und Quitte gut fort und ist recht fruchtbar; in gutem Boden und geschützten Lagen gedeiht er am besten.
Sommerzweige wenig zahlreich, aufrecht, ziemlich stark, leicht gebogen, olivenfarbig, hellbraun punktirt; Blüthenknospen dick, kegelförmig, hellbraun; Holzaugen zugespitzt, abstehend; Blätter mittelgross, oval oder eiförmig, mit auslaufender Spitze, glatt, fein gesägt, etwas wellenförmig; Blattstiele lang und dünn.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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