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Birne Wildling von Motte
Wildling von Motte

Heimath und Vorkommen: eine alte, französische Frucht, über deren Entstehung nichts genaueres mehr bekannt ist. Schon Quintinye und Duhamel kannten sie als Besi de la Motte. In Deutschland ist sie ebenfalls lange bekannt und kommt unter den verschiedensten Namen vor.
Literatur und Synonyme:
1. Wildling von Motte, (Diel I, S. 71).
2. Bein Armudi (Thompson, Catalogue of the fruits of the horticultural Society of London, 1842, S. 123).
3. D’Aumale (Decaisne, le Jardin fruitier du Muséum, 1858, t. l.).
4. Besi de la Motte (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie, No. 144).
5. Wildling von Motte (Jahn, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 51).
Ausserdem kommt sie noch unter folgenden Namen vor: Grüne Bergamotte, Grüne Herbstbergamotte, Grüne Mullebusch in Süddeutschland, Grosse Crasanne in Thüringen, Bergamotte-Crasanne im Hannoverschen, Poire d’Aumale, Beurré blanc de Jersey. Gestalt: mittelgrosse, rundliche, etwas veränderliche, in der Rundung oft ungleiche, etwa 80 mm breite und 75 mm runde Frucht; der Bauch sitzt in der Mitte und rundet sich die Frucht nach dem Kelche und Stiele gleichmässig ab.
Kelch: offen; Blättchen klein, spitz; Kelcheinsenkung weit und tief, oft mit flachen Falten umgeben.
Stiel: kurz, holzig, dunkelbraun, gebogen, in flacher und weiter, von feinen Falten umgebener Einsenkung.
Schale: etwas rauh, stark, grün, später grünlich-gelb, ohne Röthe; Punkte fein, zahlreich; stärkere braune Punkte bedecken die ganze Frucht; um Kelch und Stiel finden sich auch Rostflecken.
Fleisch: grünlich-weiss, fein, schmelzend, von schwach gewürztem, angenehm süssweinigem Geschmacke.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer geräumig, gut entwickelte, lang zügespitzte, schwarzbraune Samen enthaltend. Granulationen sind kaum bemerklich.
Reife und Nutzung: October, November. Sehr gute Frucht für die Tafel, aber auch für die Wirthschaft und den Markt brauchbar.
Eigenschaften des Baumes: er wächst lebhaft, trägt reichlich, verlangt guten feuchten Boden und geschützte warme Lage.
Sommertriebe schlank und dünn, bräunlich grün, punktirt; Blüthenaugen gross, stumpfkegelförmig, wollig; Holzaugen spitz, anliegend; Blatt eirund, langzugespitzt, ganzrandig oder fein gezähnt, am Rande etwas wellig.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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