Stichworte: Flora, Historie, Thomé aus Bewie's Mikrowelt

Birne
Tafel 348. Pirus communis L. (Birnbaum) A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Längsschnitt durch die Blüte nach Entfernung der Blumenkrone; 2 Staubblätter; 3 Griffelende mit Narbe; 4 Querschnitt durch eine junge Frucht; 5 Längsschnitt durch eine reife Frucht. l bis 3 vergrössert.

Mittelrippe des Blattes drüsenlos. Blätter rundlich oder eiförmig, am Grunde abgerundet, etwa so lang wie ihr Stiel, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits matt hellgrün. Blüten gross, weiss. Staubbeutel rot. Blütezeit April, Mai. Erstweiblich; Bestäubung durch Bienen, Fliegen und Käfer. Höhe 6 bis 20 m. In Wäldern. Von der wilden, dornigen Art kann man 2 Abarten unterscheiden: a. var. Achras Wallroth, Holzbirne. Blätter meist länglich und ganzrandig; in der Jugend, wie auch der Fruchtboden, sehr wollig-filzig; mitunter auch späterhin noch wollig. Früchte nach dem Stiele zu verlängert und in diesen verschmälert. b. var. Piraster Wallroth, Knötelbirne, Kötelbirne. Blätter kreisrundlich, klein-gesägt, erst schwach behaart, bald völlig kahl. Früchte rundlich, nicht in den Stiel verschmälert. Diese beiden Abarten sind die Stammeltern der zahlreichen angepflanzten Birnsorten. Diese teilt Lucas in untenstehende 15 Klassen


Bilder und Texte (z.T leicht modifiziert) aus: Thome, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 2. Auflage

Birnenklassen nach Lucas:

  • Butterbirnen, von abgestutzter Kegelform, d. h. gegen den Stiel verjüngt, zugespitzt, länger als breit, selten ebenso breit wie lang; Oberfläche glatt; Fleisch schmelzend.
  • Halbbutterbirnen, Fleisch halbschmelzend; sonst wie vorige.
  • Bergamotten, der Apfelform sich nähernd, ebenso hoch als breit und am Stiele oft eine nabelartige Einsenkung wie beim Apfel; Fleisch schmelzend.
  • Halbbergamotten, Fleisch halbschmelzend; sonst wie vorige.
  • Grüne Langbirnen, in die Länge gezogen, nach dem Stiele zu sich verschmälernd; Querdurchmesser wenigstens um ein Viertel kleiner als der Längsdurchmesser; Oberfläche ohne Erhabenheiten; grün oder grünlichgelb.
  • Flaschenbirnen, Querdurchmesser wenigstens um ein Viertel kleiner als der Längsdurchmesser, am Grunde abgerundet; Oberfläche grüngelb oder reingelb. Fleisch schmelzend oder halbschmelzend.
  • Apothekerbirnen, ebenso hoch wie breit oder nur wenig höher; Oberfläche durch Beulen und Höcker unregelmässig; Fleisch schmelzend oder halbschmelzend, von eigentümlichem, gewürzhaftem Geschmacke.
  • Rostbirnen oder Russeletten, den Flaschenbirnen ähnlich, aber kürzer; von braunroter Farbe, namentlich auf der Sonnenseite; Geschmack zimtartig.
  • Muskatellerbirnen, in die Länge gezogen; Oberfläche glatt, verschieden gefärbt; Fleisch sehr weich, aber nicht schmelzend, von dem eigentümlichen Geruch der Muskatellertrauben.
  • Schmalbirnen, in die Länge gezogen; Fleisch schmelzend oder halbschmelzend aber wenig gewürzhaft.
  • Gewürzbirnen, alle kleineren, länglichen und rundlichen Birnen mit schmelzendem oder halbschmelzendem Fleische.
  • Längliche Kochbirnen, alle Birnen von hartem, rübenartigem Fleische, die sich nicht zum Rohgenusse eignen; von langer Gestalt und süsslich-fadem Geschmacke.
  • Rundliche Kochbirnen, von den vorigen durch ihre rundliche Gestalt, ebenso breit oder breiter als hoch, unterschieden.
  • Längliche Weinbirnen, wie die länglichen Kochbirnen, aber von herbem, zusammenziehendem Geschmacke.
  • Rundliche Weinbirnen, wie die rundlichen Kochbirnen, aber von herbem, zusammenziehendem Geschmacke.

Zahlreiche detaillierte infos über bekannte Birnensorten findet ihr hier.


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