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Bosc’s Flaschenbirne
Bosc’s Flaschenbirn

Heimath und Vorkommen: der Mutterstamm dieser vorzüglichen Tafelfrucht befindet sich in dem Flecken Apre-mont (Haut-Saône); Madiot, directeur de la pépinière departementale du Rhone, schickte dem Jardin des Plantes zu Paris Pfropfreiser, welche 1835 die ersten Früchte brachten; sie wurde nach dem ehemaligen Director dieses Gartens, dem bekannten Pomologen Böse benannt, welcher 1793 die alte Obstschule der Chartreuser Mönche vor der Zerstörung rettete. In Belgien kultivirt man eine Calebasse Böse, welche von van Mons gezogen wurde und von obiger Varietät verschieden ist.
Literatur und Synonyme:
        1. Bosc’s Flaschenbirn (Diel V. S. 194).
        2. Beurré d’Apremont (Congrès pomologie, Liste des fruits admis dans sa Session de 1857, p. I).
        3. Cannelle (Decaisne, le Jardin fruitier du Museum, 1858, t. I).
        4. Paradis d’Automne (Thompson, Catalogue of fruits of the horticultural Society of London, 1842 p. 146 No. 334).
        5. Bosc’s Flaschenbirn (Jahn, Illustrirtes Handbuch No. 49).
        6. Beurré Bosc (André Leroy, Dictionneire de Pomologie I. No. 174).
        7. Beurré d’Apremont (Thomas, Guide pratique, S. 59). Gestalt: sehr grosse, birn-oder flaschenförmige, etwa 70 mm breite und 100 mm hohe Frucht. Der Bauch sitzt nach dem Kelche zu, um den die Frucht sich normal abrundet; nach dem Stiele endigt sie mit schlanken Einbiegungen in eine abgestumpftkegelförmige Spitze.
Kelch: offen; Blättchen kurz, aufrecht, schwärzlich; Kelcheinsenkung flach, von schwachen Falten umgeben.
Stiel: sehr lang, gebogen, in einer schwachen Vertiefung sitzend, mitunter zur Seite gedrückt.
Schale: sehr fein, hellgrün, später hellgelb, fast ganz zimmetfarbig berostet; die feinen Punkte und der Rost machen die Frucht etwas rauh. Röthe fehlt ganz.
Fleisch: weiss, butterhaft, saftreich, sehr süss, von fein gewürztem, süssweinigem Geschmack.
Kernhaus: hohlachsig; Kammern geräumig, grosse, langzugespitzte, schwarzbraune Samen enthaltend. Granulationen finden sich häufig in unpassendem Boden und kalten Lagen.
Reife und Nutzung: Mitte October – Ende November. Vorzügliche Tafelbirn, die bereits von der allgemeinen Versammlung deutscher Pomologen zu Gotha zur Anpflanzung empfohlen wurde.
Eigenschaften des Baumes: er wächst lebhaft, bildet eine schöne Pyramide, gedeiht auf Wildling und Quitte und ist sehr tragbar. Sommertriebe dick, kurz, braunroth, fein punktirt; Blüthenknospen mittelgross, kegelförmig, grau, abstehend; Blätter eirund oder oval, gross, mit auslaufender Spitze, glatt, ganzrandig oder an der Spitze gesägt; Blattstiel kurz und dick.
Auf schwachwüchsige Wildlinge veredelt, giebt diese Varietät sehr schöne und tragbare Pyramiden. Die Frucht darf nicht zu spät gepflückt werden, weil sie dann oft nicht ganz schmelzend wird.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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