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Butterbirne von Nivelles
Butterbirn von Nivelles

Heimath und Vorkommen: der Advokat Francois Parmentier zu Nivelles in Belgien zog sie aus Samen; der Mutterstamm brachte im Jahre 1840 die ersten Früchte. In Deutschland ist sie noch wenig verbreitet; sie verdient aber wegen ihrer Güte, Schönheit und Tragbarkeit häufig angepflanzt zu werden.
Literatur und Synonyme:
    1. Beurré de Nivelles (Bivort, Annales de Pomologie belge et étrangere, VI. 1858, S. 53).
    2. Beurré de Nivelles (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie, Nr. 240).
    3. Beurré de Nivelles (Mas, le Verger, Poires d’hiver, No. 23).
    4. Butterbirn von Nivelles (Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 744).
    5. Beurré Parmentier (Thomas, Guide pratique, 1876, S. 247). Gestalt: grosse, kreiselförmige oder kreisel – birnförmige, etwas veränderliche, etwa 80 mm breite und eben so hohe Frucht; der Bauch sitzt nach dem Kelche zu, um den die Frucht sich flach abrundet; nach dem Stiele zu nimmt sie mit starken Einbiegungen ab und endet in einer abgestumpften Spitze.
Kelch: offen; Blättchen hart, kurz zugespitzt; Kelcheinsenkung tief und weit, von Falten umgeben, die sich oft über die Frucht flach hinziehen.
Stiel: lang, holzig, sanft gebogen, sitzt auf der Frucht flach vertieft, zwischen Falten, ist mitunter auch zur Seite gedrückt.
Schale: glatt, schwach glänzend, vom Baume olivengrün, später gelb, auf der Sonnenseite bräunlich geröthet; Punkte fein, oft kaum bemerkbar, in der Röthe gelblich umflossen, wodurch die Frucht ein forellenartiges Ansehen bekommt; um den Kelch und den Stiel finden sich einige Rostfiguren. Der Geruch ist schwach.
Fleisch: gelblich-weiss, fein, schmelzend, saftreich, von angenehm zimmetartig gewürztem Geschmacke. Granulationen sind kaum bemerklich.
Kernhaus: stark hohlachsig; Fächer geräumig, eiförmige, kurz zugespitzte, schwarzbraune Samen enthaltend.
Reife und Nutzung: November bis Januar. Vorzügliche Frucht für die Tafel.
Eigenschaften des Baumes: er wächst mässig, trägt früh und reichlich und verlangt guten Boden und geschützte Lage. Auf Quitte treibt er zu schwach, er muss daher zu Zwergstämme auf Wildling veredelt werden. Sommertriebe mässig lang und stark, olivengrün, zahlreich punktirt; Fruchtaugen stumpf kegelförmig; Holzaugen spitz, abstehend; Blatt gross, oval oder elliptisch, stark gezähnt; Blattstiel kurz und stark; Nebenblätter schmal-lanzettlich.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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