Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Der Kuhfuß
Der Kuhfuß

Heimath und Vorkommen: sie stammt aus Hannover, ist besonders in der Umgegend von Hildesheim und Göttingen vielfach angepflanzt; aber auch in Hessen, in der Uckermark als Pfundbirn und in der Prignitz als Faustbirn sehr verbreitet. Oberdieck hat das Verdienst auf ihre vorzüglichen Eigenschaften aufmerksam gemacht zu haben. In der 2. Versammlung deutscher Pomologen zu Gotha im Jahre 1857 wurde sie zum allgemeinen Anbau empfohlen.
Literatur und Synonyme:
1. Kuhfuss (Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 105).

Gestalt: grosse, etwa 70 mm breite, 75 mm hohe, dickbauchig-kreiselförmige, etwas unregelmässige Frucht, oft mit beuliger Oberfläche und ungleich entwickelten Seiten. Der Bauch sitzt fast in der Mitte; die Frucht rundet sich nach dem Kelche ab und verläuft am Stiele in eine abgestumpfte Spitze.
Kelch: offen; Blättchen hart, kurz, spitz, oft fehlerhaft, mit aufrechten oder zurückgeschlagenen, aufliegenden Spitzen; Kelcheinsenkung flach, mit einigen Falten umgeben.
Stiel: 45 mm lang, hellbraun, holzig, wie eingesteckt oder in flacher Vertiefung zwischen einigen Falten, oft auch seitwärts gedrückt.
Schale: dick, glatt, etwas glänzend, matt-grün, später grünlich-gelb, an der Sonnenseite bisweilen schwach geröthet, mit zahlreichen, weissgrauen und braunen Pünktchen, die häufig in Rost übergehen.
Fleisch: milchweiss, ziemlich fein, beim frühen Pflücken der Frucht mürbe und schmalzartig, in der Ueberreife etwas mehlig, von einem, nur wenig Säure zeigenden, etwas zimmtartig gewürzten Zuckergeschmacke. Geruch angenehm.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer eng, lang zugespitzte, dunkelbraune, meist unvollkommene Samen enthaltend; Granulationen finden sich fast gar nicht.
Reifzeit und Nutzung: eine vorzügliche Wirthschaftsbirn und nach Oberdieck zum Kochen und Welken die beste bisher bekannte Sorte; sie reift Mitte September und hält sich 4 Wochen.
Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, bildet eine reich belaubte Krone, wird stark und trägt fast jährlich sehr reich; er gedeiht in jedem Boden, jedoch in schwerem besser als in leichtem und ist nicht empfindlich.
Sommertriebe sind lang, stark, olivenfarbig, dicht punktirt; Fruchtaugen stumpf-kegelförmig, dunkelbraun; Holzaugen spitz, abstehend; Blätter gross, glänzend, rundlich oder eilanzettlich, fein gezähnt, kurz zugespitzt; Blattstiele kurz, stark.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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