Stichworte: Eukaryoten, Flora, Historie, Thomé, aus Bewie's Mikrowelt

Fettkraut
Tafel 540. Pinguicula vulgaris L. (gemeines Fettkraut) A grosse, B kleine, blühende Pflanze. 1 Blüte mit der Oberlippe nach vorne; 2 Blüte aufgeschnitten; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Blüte ohne Blumenkrone; 5 Stempel im Längsschnitte und Staubblatt; 6 Staubblätter; 7 Stempel im Kelche; 8 Fruchtknoten im Längsschnitte; 9 desgl. im Querschnitte; 10 aufgesprungene Kapsel; 11 Same; 12 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 12 vergrössert.

Auf nassem, torfigem Boden wachsendes Kraut mit grundständigen, rosettig angeordneten, etwas fleischigen Blättern. Letztere tragen zahlreiche, einen klebrigen Saft ausscheidende Drüsen und rollen, wenn sie gereizt werden, ihre Ränder langsam nach oben ein, während der Saft selbst die Eigenschaft hat, kleinere Tierchen aufzulösen, zu verdauen. Die Blüten entspringen scheinbar einzeln in der Mitte der Blattrosette, in Wirklichkeit stehen langgestielte Blüten in einer kurzschaftigen, armblütigen Dolde. Kelch ungleich-fünfspaltig, fast zweilippig. Blumenkrone gespornt, zweilippig, mit zweispaltiger Ober- und dreispaltiger Unterlippe und mit offenem Schlunde; violett oder innen am Grunde des Mittelzipfels der Unterlippe mit weissen Linien oder Flecken. Sporn pfriemlich, spitz. Narbe zweilippig. Frucht eine einfächerige, zweiklappige eiförmige Kapsel; die zahlreichen Samen sitzen auf einem mittelständigen, kugeligen Samenträger. Blütezeit Mai, Juni. Schafthöhe 5 bis 15 cm. Auf torfigen und moorigen Wiesen; zerstreut.


Bilder und Texte (z.T leicht modifiziert) aus: Thome, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 2. Auflage

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