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Herbst-Colmar-Birne
Herbst-Colmar

Heimath und Vorkommen: sie wurde von dem Major Esperen zu Mecheln (Malines) in Belgien im Jahre 1830 aus Samen gezogen; er erhielt 1845 die ersten Früchte. In Deutschland ist sie noch nicht so verbreitet, wie sie es wegen ihrer Güte und Tragbarkeit verdient.
Literatur und Synonyme:
1. Passe-Colmar musqué (Liron d’Airol. Descript. II. S. 3. Taf 2l).
2. Passe-Colmar musqué (R. Hogg, the fruit Manual, 1875. S. 490).
3. Passe-Colmar musqué (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 733).
4. Die Herbst-Colmar (Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 485). Gestalt: mittelgrosse, kreisel- oder stumpf-kegelförmige, etwa 60 mm breite und eben so hohe Frucht. Der Bauch sitzt dem Kelche genähert, um den die Frucht sich flach abrundet, während sie nach dem Stiele mit abgestumpfter Spitze endet.
Kelch: offen; Blättchen hartschalig, aufrecht, kurz; Kelcheinsenkung flach, oft von einigen flachen Falten umgeben.
Stiel: kurz, stark, fast fleischig, obenauf wie eingesteckt, mitunter etwas zur Seite gedrückt.
Schale: fein, nicht glänzend, hellgrün, während der Reife hochgelb; stark besonnte Früchte bräunlich geröthet. Punkte fein, zahlreich, in der Röthe als mattgraue, kleine Flecken erscheinend. Feiner, fast netzartiger Rost überzieht die Frucht, namentlich um Kelch und Stiel. Geruch schwach.
Fleisch: gelblich, fein, saftreich, schmelzend, von ausgezeichnetem, schwach zimmetartigem, sehr süssem Geschmacke.
Kernhaus: geschlossen; Kammern geräumig, gut ausgebildete, breit eiförmige, kurz zugespitzte, schwarz-braune Samen enthaltend. Granulationen finden sich nur in unpassendem Boden und in ungünstigen Jahren.
Reifzeit und Nutzung: Mitte October, November. Man kann den Genuss um 3-4 Wochen verlängern, wenn man sie zu verschiedenen Zeiten pflückt und kühl aufbewahrt. Es ist eine vortreffliche Tafelfrucht, deren Anpflanzung nicht genug empfohlen werden kann.
Eigenschaften des Baumes: er wächst mässig, bildet eine schöne Pyramide, trägt früh und reichlich und gedeiht auf Quitte und Wildling in jedem nicht zu trocknen Boden.
Sommertriebe lang, ledergelb, schwach punktirt; Fruchtaugen kegelförmig; Holzaugen klein, spitz, anliegend; Blatt mässig gross, etwas wellig gebogen, lanzettförmig, schwach gesägt; Nebenblätter lang, linienförmig.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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