Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Hochfeine Butterbirne
Hochfeine Butterbirn

Heimath und Vorkommen: sie wurde von dem Baumschulenbesitzer Goubault in Mille-Pieds bei Angers gezogen; die ersten Früchte von der im Jahre 1837 vorgenommenen Aussaat wurden 1849 geerntet. In Deutschland ist diese vorzügliche Sorte noch nicht so verbreitet, wie sie es wegen ihrer Güte, Schönheit und Tragbarkeit verdient.
Literatur und Synonyme:
    1. Beurré superfin, (Bivort, Annales de Pomologie belge et étrangère, 1866. S. 51).
    2. Beurré superfin, (Mas, le Verger, No. 38).
    3. Beurré superfin, (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie, No. 262).
    4. Hochfeine Butterbirn, (Jahn, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 400).
    5. Beurré superfin, (R. Hogg, the fruit Manual, 1875. S. 405). Gestalt: grosse, kreiselförmige, oder rundlich-eiförmige, oft unregelmässig gebaute, etwa 80 mm breite und 90 mm hohe Frucht; der Bauch sitzt etwas nach dem Kelche zu, um den die Frucht sich eiförmig, mitunter auch flach abrundet; nach dem Stiele zu nimmt sie ohne Einziehungen ab und geht gewöhnlich in den an der Basis fleischigen Stiel über.
Kelch: halb offen; Blättchen klein, spitz, hart; Kelcheinsenkung eng und tief, mit schwachen Falten umgeben, die sich oft flach über die Frucht hinziehen und die Rundung ungleich machen.
Stiel: dick, fleischig, ziemlich lang, hellbraun, steht oben auf und setzt sich in die Spitze der Frucht fort, ist auch zuweilen zur Seite gebogen.
Schale: glatt, fein, dünn, grün, später grünlich-citronengelb, auf der Sonnenseite etwas intensiver gefärbt, mit feinen, bräunlichen Punkten und netzartigem Roste bedeckt; oft ist auch die ganze Frucht mit zimmtfarbigem Roste überzogen.
Fleisch: gelblich-weiss, sehr fein, ganz schmelzend, saftreich, von ausgezeichnetem, durch feine Säure und feines Gewürz erhabenem Zuckergeschmacke.
Kernhaus: vollachsig, von kaum bemerklichen Granulationen umgeben; Fächer eng, meist unvollkommene, lang zugespitzte, schwarzbraune, oft wenig entwickelte Samen enthaltend.
Reife und Nutzung: sie reift Mitte October und zählt zu den besten Tafelbirnen. Die Frucht muss einige Tage vor der völligen Reife gepflückt werden.
Eigenschaften des Baumes: er wächst gut, trägt dankbar, verlangt eine geschützte Lage und kräftigen, nicht zu trockenen Boden. Auf Quitte gedeiht er bei uns nicht und muss deshalb für Zwergstämme auf schwachtreibende Wildlinge veredelt werden.
Zu Pyramiden, Palmetten und Horizontal-Cordons kann ich diese Sorte sehr empfehlen. Sommertriebe mässig stark und lang, bräunlich-grau, zahlreich, aber wenig sichtbar punktirt; Fruchtaugen stumpf-kegelförmig; Holzaugen spitz, anliegend; Blatt gross, eiförmig, lang zugespitzt, schwach gesägt; Nebenblatter kurz linienförmig, bald abfallend.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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