Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Josephine von Mechelin
Josephine von Mechelin

Heimath und Vorkommen: sie wurde vom Major Esperen in Mecheln gezogen, der sie seiner Frau Josephine zu Ehren benannte; der Baum trug die ersten Früchte im Jahre 1830. In Deutschland ist sie noch wenig verbreitet; im Jahre 1874 wurde sie in Trier von der 7. Versammlung deutscher Pomologen unter die 50 anzupflanzenden Sorten aufgenommen und in Potsdam im Jahre 1877 zur Erziehung als Pyramide empfohlen.
Literatur und Synonyme:
1. Josephine de Malines, (Bivort, Album de Pomologie, II. 31).
2. Josephine de Malines (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 602).
3. Josephine von Mecheln (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 328).
4. Josephine de Malines (Mas, le Verger, I. 6).

Gestalt: mittelgrosse, etwa 80 mm breite, 80 mm hohe, gedrückt-kreiselförmige, fast rundliche, etwas veränderliche Frucht. Die Abbildung ist nach einem gut entwickelten Exemplar, gezogen am Spalier, entworfen; am Hochstamm wird sie nicht ganz so gross.
Kelch: offen; Blättchen kurz, hart, aufrecht, braun; Kelcheinsenkung ziemlich tief, eng, meistens strahlig berostet.
Stiel: mässig lang, braun, in einer schwachen Vertiefung stehend, oft auch durch einen Fleischwulst zur Seite gedrängt.
Schale: grünlich-gelb, auf der Sonnenseite selten schwach geröthet, mit zahlreichen, ziemlich starken, stellenweise feinen Punkten, die um Kelch und Stiel in zusammenhängenden, gelbbraunen Rost übergehen.
Fleisch: gelblich weiss, um das Kernhaus oft etwas lachsfarbig geröthet, fein, saftig, schmelzend, von weinsäuerlich-süssem, eigenthümlich gewürzhaftem Geschmacke.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer mittelgross, sehr lang zugespitzte, schwarzbraune, mit einem Höcker versehene Samen enthaltend; von schwachen Granulationen umgeben.
Reife und Nutzung: vorzügliche Tafelfrucht, aber auch für die Wirthschaft brauchbar; sie reift Ende November und hält sich bis in den April; in ungünstigen Lagen bleibt sie oft klein, wird auch rissig.
Eigenschaften des Baumes: er wächst ziemlich kräftig, bildet reich belaubte Krone, trägt sehr dankbar und gedeiht in jedem nicht zu trockenen Boden. In geschützten Lagen werden die Früchte besonders schön.
Sommertriebe schwach, kurz, kastanienbraun, schwach punktirt; Fruchtaugen oval, stumpf-zugespitzt, braun; Holzaugen spitz, abstehend; Blätter klein, oval oder lanzettlich, zugespitzt, am Rande fein gesägt; Blattstiele kurz, stark; Nebenblätter linienförmig

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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