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Leipziger Rettigbirn
Leipziger Rettigbirn

Heimath und Vorkommen: über ihre Entstehung ist Näheres nicht bekannt. Sie stammt aus der Umgegend von Leipzig und ist in Sachsen sehr verbreitet, kommt aber auch im nördlichen Deutschland häufig vor.
Literatur und Synonyme:
1. Wahre Leipziger Rettigbirne, Colditzer Rettigbirne (Diel, Versuch einer systematischen Beschreibung der Kernobstsorten, 1807, VI. S. 17).
2. Leipziger Rettigbirne (Dittrich, Systematisches Handbuch der Obstarten, 1837, I. S. 564).
3. Leipziger Rettigbirne (Jahn, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 17).
4. Radis de Leipsick (Mas, le Verger, Poires d’été, No. 6l). Gestalt: kleine, kreiselförmige, fast rundliche, etwa 50 mm breite und ebenso hohe Frucht; der Bauch sitzt in der Mitte und nimmt die Frucht nach dem Stiele mit kurzer, sanfter Einbiegung ab, während sie sich nach dem Kelche eiförmig abrundet.
Kelch: offen; Blättchen stark, stumpf, aufrecht; Kelcheinsenkung flach, ziemlich weit, mitunter von einigen schwachen Falten umgeben.
Stiel: stark, holzig, oft etwas fleischig, lang, bräunlich-grün, schwach vertieft oder in die Frucht übergehend, mitunter auch durch eine fleischige Anschwellung zur Seite gedrückt.
Schale: hellgrün, später grünlich-gelb, mit dunkelgrün umringelten, hellbraunen Punkten; um Kelch und Stiel schwach, oft zusammenhängend berostet.
Fleisch: gelblich-weiss, saftreich, butterhaft, von gewürzhaftem, etwas bergamottartigem Geschmacke.
Kernhaus: schwach hohlachsig; Fächer mässig gross, starke, gut ausgebildete, stumpf-zugespitzte Samen enthaltend; Granulationen kaum bemerklich.
Reife und Nutzung: Ende August, Anf. September. Sie muss vor völliger Reife gepflückt werden und hält sich dann 8-14 Tage. Es ist eine gesuchte Markt- und Wirthschaftsfrucht, die aber auch von Vielen als Tafelfrucht geschätzt wird.
Eigenschaften des Baumes: er wächst sehr lebhaft, bildet eine breit-pyramidale Krone, ist gesund und ungemein fruchtbar, gedeiht in jedem Boden und kommt noch in rauhen Lagen gut fort und eignet sich auch zur Bepflanzung der Landstrassen. Sommertriebe schlank, grünlich-braun oder bräunlich-roth, gelblich punktirt, wollig; Blüthenaugen stumpf-kegelförmig, wollig; Holzaugen spitz, anliegend; Blätter mässig gross, eirund, lang zugespitzt, beiderseits wollig, schwach gesägt, meist ganzrandig, nach innen etwas gekrümmt; Nebenblätter schmal, lanzettlich.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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