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Lenzener Burgbirne
Lenzener Burgbirn

Heimath und Vorkommen: der Mutterstamm steht in dem alten Burggarten zu Lenzen an der Elbe; mein Vater, Gräflich von Bernstorf’scher Schlossgärtner zu Gartow, unweit Lenzen, entdeckte den Baum bereits im Jahre 1827 und vermehrte und verbreitete diese vorzügliche Frucht. In Deutschland ist sie noch wenig verbreitet; sie verdient aber wegen ihrer Güte, Tragbarkeit und Widerstandsfähigkeit alle Beachtung. In der Umgegend von Gartow und Lenzen wird sie allgemein Lenzener Burgbirn genannt.
Literatur und Synonyme:
    1. Lenzener Butterbirn (Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 654).
    2. Lenzener Burgbirn (Lauche, Handbuch des Obstbaues, S. 313. No. 60).
    3. Beurré de Lenzen (Thomas, Guide pratique, 1876. S. 86). Gestalt: grosse, kreiselförmige, oft auch stumpf-kegelförmige, etwa. 70 mm breite und 80 mm hohe Frucht; der Bauch sitzt nach dem Kelche zu, um den die Frucht sich gleichmässig abrundet; nach dem Stiele verjüngt sie sich mit wenig abgestumpfter Spitze.
Kelch: halb geschlossen; Blättchen klein, hartschalig, aufrecht, oft wenig entwickelt; Kelcheinsenkung eng und tief, von flachen Falten umgeben, die mitunter kaum merklich über die Wölbung verlaufen.
Schale: fein, rauh, etwas glänzend, grasgrün, später gelblichgrün, stark besonnte Früchte selten schwach geröthet; Punkte zahlreich, braun; Rostanflüge finden sich häufig. Geruch schwach.
Fleisch: gelblichweiss, fein, saftreich, schmelzend, von vortrefflichem, angenehm gewürztem Geschmack.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer klein, lang-zugespitzte, schwarzbraune, mit einem Köpfchen versehene, oft wenig ausgebildete Samen enthaltend. Granulationen finden sich nur an, in ganz unpassendem Boden, gezogenen Früchten.
Reifzeit und Nutzung: Mitte October; sie hält sich 3-4 Wochen und zählt zu den besten Tafelfrüchten.
Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, bildet eine schöne breit-pyramidale Krone, trägt ungemein dankbar, ist nicht empfindlich und gedeiht in jedem nicht zu trockenen Boden. Die Sommertriebe sind lang, mässig stark, oft etwas gebogen, olivengrün, stark gelblich-punktirt; Fruchtaugen stumpfkegelförmig; Holzaugen spitz, abstehend; Blatt gross, eilanzettlich, glänzend, am Rande stumpf-gezähnt; Nebenblätter linienförmig.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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