Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Madame Treyve
Madame Treyve

Heimath und Vorkommen: Diese ausgezeichnete Sommerfrucht wurde von dem Baumschulenbesitzer Treyve in Trévoux, im Departement der Aine, im Jahre 1848 aus Samen erzogen und von ihm seiner Frau zu Ehren benannt. Im Jahre 1858 erntete er die ersten Fruchte. In der 7. Versammlung deutscher Pomologen zu Trier wurde sie auf meine Empfehlung unter die 50 zum allgemeinen Anbau empfohlenen Sorten aufgenommen und ist seitdem vielfach verbreitet.
Literatur und Synonyme:
1. Souvenir de Madame Treyve (Congres pomologique, Pomologie de la France, 1864, II. No. 63).
2. Madame Treyve (André Leroy, Dictionnaire de pomologie No. 656).
3. Madame Treyve (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 544).
4. Madame Treyve (Ed. Pynaert, Bulletins d’arboriculture, 1872, S. 369).
5. Souvenir de Madame Treyve (Mas, le Verger, III. No. 6).
Gestalt: mittelgrosse, etwa 80 mm. breite, 100 mm. hohe, zuweilen kegelförmige Frucht mit abgestutzter Basis, zuweilen länglich eiförmig, nach dem Kelche etwas bauchig veränderlich und meist uneben.
Kelch: hartschalig, offen in die Hohe stehend; Kelcheinsenkung ziemlich tief und entsprechend breit, mit breiten Falten umgeben.
Stiel: stark, oft fleischig, am Anhaftungspunkte verdickt in einer schwachen Vertiefung, mitunter durch fleischige Anschwellung zur Seite gedrückt.
Schale: sehr zart und fein, grünlich gelb, auf der Sonnenseite etwas röthlich gefärbt; rostbraune Punktchen finden sich über die ganze Frucht zerstreut; Rostanflüge und Flecken nicht zahlreich; Geruch merklich und sehr gewürzt.
Fleisch: weiss, grünlich geadert, sehr fein, schmelzend, saftig; von gewürzhaftem, süssweinigem Geschmacke.
Kernhaus: etwas hohlachsig; Kammern ziemlich geräumig, gut ausgebildete, schwarzbraune Kerne enthaltend. Kernhaus nur wenig von Granulationen umgeben.
Reife und Nutzung: eine ganz vorzügliche Tafelfrucht, aber auch als Wirthschaftsfrucht verwendbar; sie reift Ende August und hält sich bis Ende September.
Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, ist selbst in unserm leichten Sandboden ungemein und früh fruchtbar, nicht empfindlich und gedeiht in jedem Boden. Auf Quitte kommt er gut fort und bildet bei kurzem Schnitt schöne, regelmässige Pyramiden.
Sommertriebe stark, olivengrün oder braunroth, zahlreich punktirt; Fruchtaugen gross, eiförmig, braun; Holzaugen spitz, dunkelbraun, abstehend; Blätter gross, dunkelgrün, breit elliptisch mit auslaufender Spitze, glänzend, schwach gezähnt; Afterblätter linienförmig.
Ich kann nach den hier gemachten Beobachtungen diese köstliche Sorte sowohl für Hochstamm als auch für Pyramide und Palmette empfehlen; sie zeichnet sich durch Schönheit, Grösse, Güte und ausserordentliche Fruchtbarkeit aus.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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