Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Neue Poiteau
Neue Poiteau

Heimath und Vorkommen: sie wurde von Simon Bouvier in Jodoigne in Belgien aus Samen erzogen, trug im Jahre 1833 die ersten Früchte und wurde nach Poiteau, Director der Königlichen Gärten zu Paris, benannt. Zur allgemeinen Anpflanzung wurde sie in der vierten Versammlung deutscher Pomologen zu Görlitz im Jahre 1863 empfohlen und findet sich seitdem in vielen Sammlungen.
Literatur und Synonyme:
l.  Retour de Rome (Alexander Bivort, Album de pomologie, 1847, I. No. 21).
2. Tombe de l’Amateur (Decaisne, Jardin fruitier du Museum, 1860, III).
3. Nouveau Poiteau (André Leroy, Dictionnaire de pomologie, No. 711).
4. Neue Poiteau (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 303).

Gestalt: ziemlich grosse, etwa 80 mm breite, 100 mm hohe, meistens birnförmige, veränderliche Frucht; der Bauch sitzt mehr nach dem Kelche zu, nach dem die Frucht allmälig abnimmt und sich nur wenig abstumpft.
Kelch: kurz, hart, aufrecht stehend, offen; Kelcheinsenkung massig, mit Falten umgeben, die oft etwas über den Rand gehen.
Stiel: mittellang, stark, an der Basis fleischig, sitzt oben auf wie eingedrückt, bisweilen von kleinen Falten umgeben und zur Seite geschoben.
Schale: mässig stark, hellgrasgrün, in der Lagerreife unmerklich gelber, ohne alle Röthe, mit zahlreichen, graurostfarbenen Punkten, die oft in Rost übergehen und verschiedene Figuren bilden, am Stiel und Kelch mehr oder weniger zusammenfliessen und die Oberfläche rauh machen.
Fleisch: grünlich gelb, fein, saftreich, schmelzend, süss, von weinsäuerlichem, gewürzhaftem Geschmacke.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer ziemlich gross, schwarzbraun, kurz zugespitzte, oft unausgebildete Samen enthaltend.
Reife und Nutzung: ausgezeichnete Tafelfrucht, welche Ende October zeitigt und sich den ganzen November hält.
Eigenschaften des Baumes: er wächst gut und kräftig, ist früh und reich tragbar, zeigt sich hinsichtlich des Bodens nicht wählerisch, bildet schöne Pyramiden und kommt gleich gut auf Wildling und Quitte fort.
Die Sommertriebe sind stark, bräunlich olivenfarbig, wenig punktirt; Blätter gross, glänzend, eirund kurz zugespitzt, scharf gezähnt; Blattstiel dick, ziemlich lang; Fruchtaugen stumpf kegelförmig, braun, Holzaugen dunkelbraun, spitz eiförmig, abstehend; Afterblätter linienförmig.
Sie darf nicht zu früh gepflückt werden; auch muss man sie verspeisen, so wie sie dem geringsten Drucke des Fingers nachgiebt, weil sie später oft von innen teigig wird.
Der Schnitt muss bei ihrem kräftigen Wüchse lang geschehen.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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