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Regentin
Die Regentin

Heimath und Vorkommen: sie wurde vom Abbé Hardenpont in Mons in Belgien im Jahre 1758 gezogen. Nach Deutschland, woselbst sie ziemlich verbreitet ist, scheint sie früh gekommen zu sein, denn schon 1794 beschreibt sie Sickler. In Gotha wurde sie im Jahre 1857 von der Versammlung deutscher Pomologen zur allgemeinen Anpflanzung empfohlen.
Literatur und Synonyme:
l.  Passe-Colmar épineux (l’Abbé d’Hardenpont, 1758).
2. Passe-Colmar superfin (Sickler, Teutscher Obstgaertner, 1794. I. 66).
3. Colmar Preul (Diel 1821, S. 187).
4. Argenson (Diel, 1828, S. 168).
5. Colmar gris, (Lindley, Guide of the orchard and kitchen garden, 1831, No. 137).
6. Impératrice (Bivort, Album de pomologie, 1849, II. 41).
7. Passe-Colmar, (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie, No. 731). Derselbe führt nicht weniger als 53 Synonyme auf.
8. Die Regentin (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 71).
9. Passe-Colmar (Mas, le Verger, No. 59).

Gestalt: mittelgrosse, etwa 70 mm hohe, 80 mm breite, länglich-kreiselförmige oder kegel-birnförmige Frucht; der Bauch sitzt mehr nach dem Kelche zu, um den die Frucht sich plattrund wölbt, während sie nach dem Stiele zu sanfte Einbiegungen macht und mit abgestumpfter Spitze endet.
Kelch: offen; Blättchen klein, oft verkümmert, abstehend; Kelcheinsenkung flach, von Falten umgeben, die oft schwach über die Frucht verlaufen.
Stiel: dick, holzig, braun, oft an der Spitze verdickt, meist durch eine fleischige Anschwellung zur Seite gedrückt, oft aber auch ohne Absatz in die Frucht übergehend.
Schale: dick, hellgrün, später gelblich-grün oder hochcitronengelb, auf der Sonnenseite selten schwach bräunlich geröthet; Punkte zahlreich, fein, rostig, auch Anflüge von Rost finden sich, besonders um Kelch und Stiel, bedecken auch oft die ganze Oberfläche.
Fleisch: gelblich-weiss, fein, saftvoll, schmelzend, von gewürztem, fein weinartigem Zuckergeschmacke.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer klein, rundliche, kurzzugespitzte, oft wenig entwickelte Samen enthaltend; von schwachen Granulationen umgeben.
Reife und Nutzung: ausgezeichnete Tafelfrucht, die im December lagerreif wird und bei guter Aufbewahrung sich bis zum März hält.
Eigenschaften des Baumes: er wächst mässig, wird mittelgross, trägt dankbar, gedeiht in jedem nicht zu trockenen Boden, liebt einen etwas geschützten Standort und bildet schöne Pyramiden. Auf Quitte veredelt treibt er zu schwach; er muss deshalb für Zwergbäume auf Wildling veredelt werden.
Sommertriebe schwach, hellbraun, punktirt; Fruchtaugen abgestumpft-kegelförmig, hellbraun, Holzaugen spitz-eiförmig, abstehend; Blätter klein, eilanzettlich, kurz zugespitzt, fast ganz-randig; Blattstiele lang, dünn; Afterblätter linienförmig.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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