Stichworte: Eukaryoten, Flora, Historie, Thomé aus Bewie's Mikrowelt

Schuppenwurz
Tafel 538. Lathraea squamaria L. (gemeine Schuppenwurz) A, B C Teile einer Pflanze. A Teil eines Wurzelstocks mit Saugwurzeln w. B oberirdischer Trieb von der Seite; C Blütentraube vom Rücken gesehen. 1 Blüte in ihrem Schuppenblatt; 2 Blütenlängsschnitt; 3 und 4 Staubblätter; 5 Stempel, an dessen Vorderseite der schuppenförmige, als Nektarium dienende Diskus; 6 aufgesprungene Kapsel.

Ausdauernde, blattgrünlose Schmarotzerpflanze. Statt echter Wurzeln finden sich fädliche, ästige Gebilde, welche sich an Baumwurzeln anlegen, dort knotig verdicken und aus der Mitte des Knotens feine Senkwurzeln in das Gewebe ihres Wirtes treiben, mittels deren sie sich dessen Säfte zuführen. Der unterirdische Teil des Stengels ist walzlich, ästig, und mit herzförmigen, fleischigen Schuppen dachziegelig-besetzt; er ist, soweit er dem Einflusse des Lichtes entzogen ist, gelblichweiss. Aus ihm entspringen zahlreiche oberirdische, 15 bis 30 cm hohe Triebe; diese sind einfach, aufrecht, mit häutigen Schuppenblättern besetzt, unten kahl, oberwärts drüsigflaumhaarig. Die Blüten sind nickend und stehen in einer einseitswendigen, oft nickenden Traube in den Achseln von rundlichen Schuppenblättern. Die dem Lichte ausgesetzten Teile sind hellpurpurn, mit dunkleren Blüten, selten weiss. Der Kelch ist vierspaltig; die Blumenkrone raclienförmig mit ungeteilter, helmförmiger Oberlippe und dreizäliniger Unterlippe; sie fällt bei der Reife vollständig ab. Die Kapsel ist einfächerig, der Länge nach zweiklappig; die zahlreiche Samen tragenden Samenträger sitzen auf der Mittelrippe der Klappen. Blütezeit März bis Mai. Riecht stark und unangenehm; erstweibliche Hummelblume. In feuchten Wäldern und Gebüschen, namentlich auf den Wurzeln von Haselsträuchern und Pappeln schmarotzend; verbreitet, doch nicht überall.


Bilder und Texte (z.T leicht modifiziert) aus: Thome, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 2. Auflage

Kommentar schreiben

Kommentar