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Sturms Flora von Deutschland, Band 2: Riedgräser (Cyperaceae) – Tafel 6

Nadel-Simse, Cyperus acicularis
Rasen-Simse, Cyperus caespitosus

Nadel-Simse, Cyperus acicularis
Taf. 6, Fig. 1:
a) Pflanze in nat. Gr.;
b) Blütenstand, vergr.;
c) Blüte, vergr.;
d) Frucht, vergr.
Wurzelstock kriechend, Stengel 2-16 cm hoch, dünn, vierkantig. Blütenstände 4 mm lang. Auch das unterste Deckblatt hat eine Blüte in seiner Achsel. Deckblätter rotbraun mit grünem Mittelstreif und manchmal sehr breitem weissem Hautrande. 4 oder 2 Perigonborsten von der halben Länge des Fruchtknotens, nach der Blüte abfallend. Frucht mit vier starken und dazwischen mehreren schwächeren Längsrippen, ad. 6-8, selten später.
An Ufern, auch unter Wasser, sowie auf feuchtem Sande, nicht selten.
Rasen-Simse, Cyperus caespitosus
Taf. 6, Fig. 2:
a) Pflanze verkl.;
b) Blütenstand in nat. Gr.;
c) Blütenstand, vergr.;
d) Fruchtknoten mit den Perigonborsten in nat. Gr. und vergr.
Wächst in umfangreichen dichten Rasen oder Bülten. Stengel 5 bis 40 cm hoch, aufrecht, auf dürrem Boden zuweilen krumm, am Grunde von vielen braunen Niederblättern umgeben, darüber mit grünen Blattscheiden, an deren oberster meist eine kurze Spreite entwickelt ist. Blütenstände 5 mm lang, etwa sechsblütig, zuweilen durch das lange unterste Deckblatt etwas seitwärts gedrängt. Deckblätter braun, die untersten mit vorgezogener grüner oder weisslicher Spitze. Sechs glatte Perigonborsten, welche meist doppelt so lang als die Frucht sind. Früchte stumpf-dreikantig, im Umriss länglich oder breit verkehrteiförmig mit aufgesetztem, aber nicht abgegliedertem Schnabel. Zuweilen entwickelt sich statt der Blüten ein Büschel von Hochblättern (sogenannte gefüllte Blüten). Die Staubbeutel werden vor den Narben reif. Neue Triebe kommen im Herbst. 4-6. (Synonyme: Trichophorum germanicum Palla nach Ascherson-Graebner.)
Auf Mooren streckenweise bestandbildend, häufig auf den Alpen bis 2000 m, sowie auf deren Vorland, auf den Vogesen und dem Schwarzwald, vom Hohen Venn durch Nordwestdeutschland, von Siegburg, Braunschweig, Stendal, Pritzwalk bis zur Küste und längs der ganzen Ostsee sowie im Solling und auf dem Harz, ferner auf dem Bayrischen Walde; seltener auf dem Riesengebirge und in Thüringen; ausserdem sehr selten.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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