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Sturms Flora von Deutschland, Band 2: Riedgräser (Cyperaceae) – Tafel 41

Lauch-Segge, Carex glauca
Hügel-Segge, Carex supina

Lauch-Segge, Carex glauca
Taf. 41, Fig. 1:
a) Pflanze, verkl.;
b) Blütenstand in nat. Gr.;
c) Deckblatt mit männlicher Blüte, vergr.;
d) Deckblatt mit Blütenschlauch, vergr.;
e) Fruchtzweig in nat. Gr.;
f) Deckblatt mit Fruchtschlauch, vergr.;
g) Frucht, wenig und stark vergr.
Wurzelstock ausläufertreibend. Stengel 8 bis 50 cm hoch, glatt oder fast glatt. Blätter linealisch, graugrün, rauh. Blütenstand meist mit zwei, nicht selten mit drei, selten mit nur einer männlichen Aehre und meist zwei deutlich gestielten weiblichen Scheinähren, welche bogig nicken. Es kommen aber manche Abweichungen vor, namentlich nicht selten Zweige, welche unten weiblich, oben männlich sind, nahe am Stengelgrunde entspringende überzählige weibliche Zweige und ausgewachsene Schläuche (der gewöhnlich nur bei Carex microglochin sichtbare Zweig wächst weit aus dem Schlauche hervor und trägt noch mehrere seitenständige Schlauchzweige oder am Ende männliche Blüten). Männliche Aehren schlank cylindrisch. Tragblätter der weiblichen Zweige laubig, das des unteren meist ziemlich lang. Schlauchdeckblätter stumpf lieh, braun oder schwarz, zuweilen mit breitem, grünem Mittelstreif; Fruchtschläuche grün, nicht selten dunkelpurpurn oder fast schwarz überlaufen, von feinen Punkten rauh, zuweilen zeigen sich statt dieser Punkte kurze Haare. 4 – 5. (Synonyme: C. flacca.)
Auf dürrem, nur im ersten Frühjahr nassem, kalkigem Oedland, in Wäldern, an quelligen Abhängen, auf Mooren und Wiesen; in Süd- und Mitteldeutschland häufig, nordwärts mehr zerstreut.
Hügel-Segge, Carex supina
Taf. 41, Fig. 2:
a) Pflanze in nat. Gr.;
b) Blütenstand in nat. Gr.;
c) Deckblatt mit männlicher Blüte, vergr.;
d) Deckblatt mit Blütenschlauch, vergr.;
e) Fruchtschlauch, vergr.
Wurzelstock kriechend. Stengel 3 bis 12 cm hoch, mit kurzen schmalen Blättern, später von längeren Blättern heuriger Triebe, welche am Grunde rote Niederblätter haben, überragt. Blütenstand meist nur mit einem ganz kurzen – zuweilen einblütigen – weiblichen Zweige, welcher der männlichen Aehre genähert ist. Fruchtschläuche orangegelb, rundlich, länger als ihre Deckblätter. 4-5. (Synonyme: C. obtusata Ascherson Fl. Prov. Brandenburg.)
In Kieferwäldern und auf kurzrasigem, trocknem Grasland. Im nordostdeutschen Flachlande innerhalb der Linie Thorn-Kulm-Oderberg-Rathenow-Neuhaldensleben-Frankenhausen (Sondershausen)-Luckau-Inowrazlaw nicht selten, stellenweise häufig; ferner in Rheinhessen, der östlichen Hälfte der Pfalz (bis Ebernburg) und bei Mannheim. Früher auch im Linzgau.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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