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Sturms Flora von Deutschland, Band 2: Riedgräser (Cyperaceae) – Tafel 53

Wald-Segge, Carex silvatica
Dauer-Segge, Carex sempervirens

Wald-Segge, Carex silvatica
Taf. 53, Fig. 1 :
a) Pflanze verkl.;
b) Spitze des Blütenstandes in nat. Gr.;
c) Deckblatt mit männlicher Blüte, vergr.;
d) weiblicher Zweig in nat. Gr.;
e) Schlauchdeckblatt, vergr.;
f) Schlauch mit Deckblatt nebst Durchschnitt, vergr.
Der vorigen Art sehr ähnlich. Wuchs in dichten Rasen, ohne Ausläufer. Stengel 40 bis 60 cm hoch. Blätter der heurigen Triebe 4 bis 8 mm breit, oft über den Winter grün bleibend. Blütenstände mit 3 bis 6 weiblichen Zweigen, welche dünn und lockerblütig sind und nach dem Verblühen bogenförmig überhängen; ihre Stiele ragen weit aus den Tragblattscheiden hervor; zuweilen steht am Grunde der männlichen Endähre noch eine kleine männliche Aehre oder ein einblütiger weiblicher Zweig u. dergl. mehr. Deckblätter der männlichen Blüten weiss mit grünem Mittelstreif, seltener bräunlich, spitz oder stumpf und stachelspitzig. Schlauchdeckblätter weisslich oder etwas braun angelaufen, mit grünem, spitz auslaufendem Mittelstreif, kürzer als die länglich-dreikantigen, nervenlosen, in einen langen, glatten, vorn zweizähnigen Schnabel auslaufenden grünen oder zuletzt braunen Fruchtschläuche. 5-6. (Synonyme: C. drymeia.)
In Laubwäldern ziemlich häufig.
Dauer-Segge, Carex sempervirens
Taf. 53, Fig. 2 :
a) Pflanze, verkl.;
b) oberer Teil des Blütenstandes in nat. Gr.;
c) Deckblatt mit männlicher Blüte, vergr.;
d) Deckblatt mit Blütenschlauch, vergr.;
e) Fruchtschlauch nebst Durchschnitt, vergr.;
f) Frucht nebst Durchschnitt, vergr.
Stengel 15 bis 45 cm hoch, am Grunde mit langscheidigen, kurzen Blättern und darunter mit den überjährigen, zum Teil im Juni noch grünen Blättern. Blattspitzen flach, rauh. Die Reste der älteren Blattjahrgänge bilden einen dichten Faserschopf. Weibliche Scheinähren ungefähr 12- bis 15-blütig, an langen, dünnen, aufrechten Stielen; ihre Tragblätter laubartig, so lang wie die Scheinähren oder kürzer. Schlauchdeckblätter spitz, dunkelrotbraun oder schwarzviolett mit grünem Mittelstreif und schmalen blasseren Rändern. Fruchtschläuche länglich-dreikantig, hellgrün, dunkel bunt überlaufen, mit dünnem Schnabel. 6. (Synonyme: C. ferruginea Sturras Fl., 1. Aufl., C. varia.)
Auf trocknem Grasland und Gestein, auch in lichtem Gehölz; häufig in den Alpen bis 2400 m, zerstreut über die bayrische Hochebene und Oberschwaben (Illerthal), nicht selten auch in der Baar in Südbaden.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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