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Sturms Flora von Deutschland, Band 5: Mittelsamige – Tafel 29

Glanz-Melde, Chenopodium dubium nitens
Tafel 29. Fig. 1:
a) Blütenstand, verkl.;
b) Fruchtstandszweig, (unreif) in nat. Gr.;
c) Fruchtvorblätter in nat. Gr.
60 bis 150 cm hoch. Blätter oberseits glänzend dunkelgrün, Unterseite von Blasenhaaren grau. Die unteren meist dreieckig, tief buchtig gezähnt, die oberen aus ei- oder keilförmigem Grunde länglich lanzettlich, ganzrandig oder mit Spiessecken. Blüten wie bei der Garten-Melde. Früchte (innerhalb der Vorblätter) bald fast sitzend bald deutlich gestielt. 1j. 7-9.
An Strassen, Dämmen, Ufern, auf Schutt und Gartenland; in den Niederungen der Weichsel, Oder und der Elbe bis Hitzacker hinab nicht selten, im übrigen selten und meist erst neuerdings eingeschleppt, bei Strassburg seit 1797 aus dem botanischen Garten verwildert.
Die Glanz-Melde ist von der Garten-Melde durch kein wesentliches Merkmal beständig verschieden und hat im Gegensatz zu dieser (ob immer?) viel verkümmerte Körner im Blütenstaub. Ob der ganze Formenkreis aus Gartenmelden-Bastarden besteht, oder ob eine sich mit der Gartenmelde kreuzende Art darin steckt, ist zu erforschen.
Garten-Melde, Chenopodium hortense
Tafel 29, Fig. 2:
a) Blütenstand, verkl.;
b) Blütenstandszweig in nat. Gr.;
c) Blütenstandszweig letzter Ordnung, vergr.;
d) männl. Blüte, vergr.;
e) weibl. Blüte, vergr.;
f) Fruchtstandszweig in nat. Gr.;
g) Frucht in nat. Gr.;
h) Fruchtvorblatt in nat. Gr.
Matt grün, seltener gelb oder rot. 30 bis 150 cm hoch. Blätter dreieckig mit abgerundetem, herzförmigem oder spiessförmigem, selten keilförmigem Grunde und weitläufig gezähnten, nicht selten fast ganzrandigen, seltener stärker gezähnten Seitenrändern, stumpf. Blattunterseite nur anfangs von Blasenhaaren grau. Blütenstände schlank rispenförmig mit aufrecht abstehenden, unterbrochen- ährenförmigen Zweigen. Fruchtvorblätter nicht verwachsen, ganzrandig, flach, krautig, zuletzt häutig und netzaderig, viel grösser als die deutlich gestielte Frucht. 1j. 6-9.
Alte Gemüsepflanze, mutmasslich asiatischer Herkunft, jetzt durch den Spinat fast ganz verdrängt; die bunten Formen zuweilen als Zierpflanzen gezogen. Auf Schutt, an Strassen und Dämmen, auf Garten- und Ackerland zerstreut.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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