Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Van Mons Butterbirne
Van Mons Butterbirn

Heimath und Vorkommen: Léon Leclerc zu Laval erzog sie im Jahre 1828 aus Samen und benannte sie nach van Mons. In Deutschland ist diese vorzügliche Tafelbirne noch wenig verbreitet, sie verdient aber wegen ihrer Güte, Schönheit und Grösse häufiger angepflanzt zu werden.
Literatur und Synonyme:
    1. Poire van Mons (Bivort, Album de Pomologie I, Taf. 22).
    2. Poire van Mons (Léon Leclerc, André Leroy, Dictionnaire de Pomologie, No. 888).
    3. Van Mons Butterbirn (Jahn, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 235). Gestalt: grosse, etwa 70 mm breite und 100 mm hohe, länglich-birnförmige Frucht; der Bauch sitzt nach dem Kelche zu, um den die Frucht sich schön abrundet, während sie sich nach dem Stiele mit schlanken Einbiegungen kegelförmig abstumpft. Je nach Standort und Unterlage ist die Frucht etwas veränderlich.
Kelch: offen; Blättchen lang, schmal, zurückgeschlagen;
Kelcheinsenkung flach, von feinen Falten umgeben, die sich oft über die Wölbung hinziehen und mitunter die eine Seite stärker machen, als die andere.
Stiel: lang, oft auch kurz, dick, holzig, braun, oben auf wie eingesteckt, mitunter auch durch die sich wulstig aufwerfende Fruchtspitze zur Seite gedrückt.
Schale: fein, etwas rauh, hellgrün, später grünlich-gelb oder gelb, ganz mit rothbraunen Pünktchen besetzt, die namentlich um Kelch und Stiel in grössere Rostfiguren übergehen.
Fleisch: weiss, fein, schmelzend, saftreich, von ausgezeichnetem, süssweinigem, gewürzhaftem Geschmack.
Kernhaus: hohlachsig; Kammern geräumig, grosse, länglichovale, lang zugespitzte, dunkelbraune, mit einem Köpfchen versehene Samen enthaltend; Granulationen finden sich nur in kühlen Jahren und bei unpassendem Boden.
Reife und Nutzung: sie reift Mitte October und hält sich etwa 4-6 Wochen. Sie zählt zu den vortrefflichsten und ansehnlichsten Früchten für die Tafel und reift gleich nach der köstlichen von Charneu.
Eigenschaften des Baumes: er wächst mässig, macht schöne Pyramiden, ist sehr fruchtbar, verlangt aber guten, feuchten Boden und geschützte, warme Lage; auf Quitte gedeiht er bei uns nicht; man muss ihn zur Zwergkultur auf schwachwüchsige Wildlinge veredeln. Sommertriebe schwach, dunkelbraun, wollig, stark punktirt; Blüthenaugen stumpf-kegelförmig, braun, wollig; Blattaugen spitz, abstehend; Blätter länglich-eiförmig, unterseits schwach wollig, stumpf gesägt, oft auch ganzrandig, oberseits glänzend dunkelgrün; Stiel dünn und lang.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

Kommentar schreiben

Kommentar