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Volkmarserbirne
Volkmarserbirn

Heimath und Vorkommen: über ihren Ursprung ist nichts Genaueres bekannt; Diel leitet ihren Namen von dem Dorfe Volkmarsen in Hessen ab. In der Provinz Hannover ist sie sehr verbreitet; in dem Gräfl. von Bernstorfschen Schlossgarten zu Gartow standen bereits im Jahre 1823 sehr starke, 60-8o jährige Bäume. Sonst scheint sie wenig bekannt zu sein.
Literatur und Synonyme:
1l. Volkmarserbirn (Diel VI. S. 126).
2. Poire de Volkmarsen (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 905).
3. Die Volkmarserbirne (Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. , No. 123).
4. Volkmarserbirn (Sickler, Teutscher Obstgärtner, IV- No. 23. S. 308). Gestalt: kleine, eirunde, oft auch kreiselförmige, etwa 45 mm breite, 60 mm hohe Frucht. Der Bauch sitzt etwas nach dem Kelche hin, um den die Frucht sich schön abrundet; nach dem Stiele nimmt sie ohne Einbiegungen ab und endet mit wenig abgestumpfter Spitze.
Kelch: offen; Blättchen hart, kurz, zurückgeschlagen; Kelcheinsenkung flach und eng.
Stiel: stark, holzig, oft auch fleischig, wie eingesteckt oder in die Frucht übergehend, zuweilen durch einen kleinen Wulst zur Seite gedrückt.
Schale: vom Baume mattgrün, in der Reife gelb, fast ganz und gar zimmtfarbig berostet, so dass die Grundfarbe nur stellenweise durchblickt. Punkte zahlreich, sie erscheinen im Roste als hellere Fleckchen.
Fleisch: gelblich, fein, saftvoll, angenehm riechend, wenn zeitig gebrochen, fast ganz schmelzend, sonst halbschmelzend, von gewürztem, süsssäuerlichem, fein zimmetartigem Geschmack.
Kernhaus: schwach hohlachsig; Kammern geräumig, ovale, kurz zugespitzte, schwarze, am Kopfe mit einem Spitzchen versehene Samen enthaltend.
Reifzeit und Nutzung: Ende September, Anfang October. Soll sie als Tafelfrucht ihren vollen Werth erhalten, so muss sie noch etwas grün gepflückt werden; zu spät abgenommen, ist sie nur noch brauchbar zum Kochen, Trocknen oder zu Birnhonig.
Eigenschaften des Baumes: er wächst stark, macht gute Kronen und gesunde, alte Bäume, kommt in jedem Boden, auch leichtem Sandboden gut fort. Sommertriebe ziemlich wollig, stark, bräunlich-olivenfarbig, schwach punktirt; Fruchtaugen stumpf kegelförmig; Holzaugen spitz, etwas abstehend; Blätter in der Jugend wollig, eiförmig, am Rande wellenförmig gebogen, schwach oder gar nicht gezahnt.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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