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Speierling aus Sturms Flora von Deutschland, Band 8: Rosengewächse – Tafel 8
Speierling, Pirus sorbus
Tafel 8:
a) Blütenstand, verkl.;
b) Blüte in nat. Gr.;
c) Fruchtstand, verkl.;
d) Frucht in nat. Gr.;
e) Fruchtquerschnitt;
f) eine Wand des Kernhauses in nat. Gr.;
g) Same in nat. Gr.
3 bis 13 m hoch. Winterknospen klebrig, kahl, Triebe anfangs filzig. Blätter unpaarig gefiedert. Blumen weiss. Meist fünf fast freie Griffel, doch sind die Fruchtblätter im übrigen grösstenteils verwachsen. Früchte etwa 25 mm lang und 20 mm dick, bunt, zuletzt braun, mit Steinzellen. 4-5. (Synonyme: Cormus, Pirus und Sorbus domestica; Sperbaum, Sperberbaum), Aeschröslebaum).
In Wäldern; sehr zerstreut im linksrheinischen Gebiete bis zum unteren Moseltale nordwärts, in Baden, dem württembergischen Unterlande und Franken, selten nordwärts bis zu den nördlichen Vorhügeln des Harzes. Alter, wohl schon von den Römern eingeführter Kulturbaum, stammt aus dem Mittelmeergebiet. Die Früchte werden im Südwesten gegessen, auch brennt man Branntwein daraus und keltert sie mit Aepfeln, um dem Apfelwein einen besonderen Geschmack zu geben.
Der Begriff Speierling ist wohl aus dem lat. sorbarius entstanden, ursprünglich Spirbaum und Sperbaum, daraus hat sich später Sperberbaum entwickelt. Aeschröslebaum ist möglicherweise von Esche abgeleitet (wegen der Ähnlichkeit der Blätter). Dieser Name und das Aussehen der reifen Früchte verleiteten den Volksmund, Baum und Frucht mit recht unappetitlichen Namen zu versehen.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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