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Süßklee und Esparsette aus Sturms Flora von Deutschland, Band 9: Hülsenfrüchte – Tafel 25
Süssklee, Hedysarum obscurum
Tafel 25, Fig. 1:
a) Trieb, verkl.;
b) Blüte in nat. Gr.;
c) Frucht in nat. Gr.
Stengel aufrecht oder aufstrebend, 8 bis 25 cm lang. Nebenblätter blattgegenständig zusammengewachsen, häutig, gelbbraun. Blätter vielpaarig. Blütenstände scheinbar endständig. Blumen gross, blaurot. 7-8.
Auf Grasland der Alpen häufig von 1900 bis 2300 m. Selten im Riesengebirge (Teufelsgärtchen).
Esparsette, Hedysarum onobrychis
Tafel 25, Fig. 2:
a) Pflanze, verkl.;
b) Blättchen in nat. Gr.;
c, d) Blüten In nat. Gr.;
e – g) die Kronblätter in nat. Gr.;
h) Blüte ohne die Kronblätter, vergr.;
i) Kelch mit dem Deckblatt, vergr.;
k, l) Früchte, vergr.;
m) geöffnete Frucht;
n) Samen in nat. Gr.
Stengel aufrecht oder aufstrebend, 30 bis 60 cm hoch. Nebenblätter frei, trockenhäutig. Blätter vielpaarig. Blütenstände blattwinkelständig, reichblütig und dicht, ährenförmig. Blumen rosa. Flügel kurz, kürzer als die Kelchzähne. Früchte einsamig, nicht aufspringend, mit netzaderigen, oft höckerigen Flächen und kammförmigen, meist gezähnten Rändern. 2J. 5-7.
Rassen:
a) Gewöhnliche Esparsette. Hedysarum onobrychis viciifolium. Stengel meist aufrecht. Blättchen der mittleren Blätter 3 bis 7 mm breit. Kelchzähne doppelt so lang wie die Röhre. Früchte behaart, Zähne ihrer Ränder ungefähr halb so breit wie der kammförmige Rand.
Auf Gras- und Oedland der Alpen bis 2000 m; im schwäbischen Jura verbreitet auf dürren Triften und steinigem Oedland, weniger auf Wiesen; fehlt dagegen den höheren und weniger kultivierten Zonen der übrigen Gebirge. Ist im Hügellande und in den Ebenen auf kalkhaltigem Boden, sowohl auf Grasland als auf Oedland, auch an Wegen und Dämmen durch Süd- und Mitteldeutschland ziemlich verbreitet bis Braunschweig und Magdeburg, sehr zerstreut durch das Flachland bis ins südliche Mecklenburg und Ostpreussen; selten und unbeständig in Schleswig-Holstein.
Wird seit dem 18. Jahrhundert als Futterpflanze auf dürrem Kalkboden viel gebaut,. nimmt im südliehen Baden, Hohenzollern, dem württembergischen Schwarzwaldkreis und dem Oberelsass 2 bis 5% der Ackerfläche ein, im übrigen Süddeutschland meist kaum 1%, in Mitteldeutschland wird sie am häufigsten in Rheinhessen gebaut (6%), in der Pfalz und dem Regierungsbezirk Koblenz nimmt sie 1 bis 2, in Thüringen wieder 2 bis 5% der Ackerfelder ein, ist dagegen im östlichen Mitteldeutschland und ganz Norddeutschland nur an einzelnen Orten in geringerer Menge zu treffen, nachdem Kulturversuche im 18. und 19. Jahrhundert vielerwärts ungünstig ausgefallen waren. Tiefgründiger Kalkboden sagt der Esparsette besser zu, als der steinige Grund, aber man baut sie vorwiegend auf letzterem, weil auf ersterem andere Pflanzen besser rentieren. Meist lässt man die kultivierte Esparsette nur zwei Jahre alt werden. Das häufigste Unkraut der Esparsettefelder ist die Pimpinelle (Sanguisorba minor). In den Alpen und den Gebirgen der Juraformation wuchs die Esparsette höchst wahrscheinlich schon, ehe sie als Kulturpflanze aus Frankreich eingeführt wurde. Genau lässt sich ihre ursprüngliche Verbreitung nicht feststellen, aber die meisten jetzt wild wachsenden Exemplare stammen zweifellos von kultivierten ab.
b) Sand-Esparsette. Hedysarum onobrychis arenärium. Blättchen oft nur 1 oder 2 mm breit. Kelchzähne wenig länger als die Röhre. Früchte behaart, die mittleren Zähne des Randes sind ungefähr so lang wie der Rand selbst.
In lichten Kiefernwäldern in Ostpreussen zerstreut.
c) Glatte Esparsette. Hedysarum onobrychis decumbens. Blumen grösser als bei den übrigen Rassen. Früchte kahl, ungezähnt. Auf Gipshügeln in Thüringen sehr zerstreut (Frankenhausen, Ostheim v. d. Rhön).
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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