Bewie 's Mikrowelt Echte Angelika aus Sturms Flora von Deutschland, Band 12: Schirmblumige – Tafel 26
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Echte Angelika, Archangelica officinalis; Selinum archangelica
Tafel 26 :
a) Blatt, verkl.;
b, c) oberer Teil der Pflanze, verkl. ;
d) Blüte, vergr.;
e) junge Frucht, vergr.;
f) Fruchtquerschnitt, vergr.;
g) Querschnitt einer Hälfte, vergr.;
h) Querschnitt des Samens mit der inneren Fruchtschale, vergr.;
i) zerfallende Frucht, vergr.;
k) Fruchthälfte von der Rückenseite, vergr.
Eigentümlich riechend (wie Benediktinerlikör). 1 bis 2,5 m hoch, selten niedriger, Stängel dick, röhrenartig, stielrund, gestreift, kahl und glatt, am Uebergang in die Wurzel knollig. Blattstiele röhrenartig, auf der Oberseite nicht rinnig. Blätter nicht selten wiederholt dreizählig mit dreilappigem Endblättchen ; Blättchen bald eiförmig oder fast herzförmig, bald länglich mit keilförmigem Grunde, meist nur grob gesägt, seltener ausserdem eingeschnitten, kahl und meist glatt, seltener an den Rändern etwas rauh, unterseits bläulichgrün. Doppeltdoldige Blütenstände an der ersten Verzweigung in der Regel hüllenlos, an der zweiten mit schmalen Hochblättern, welche kürzer sind als die Stielchen. Meist stehen unter dem Endblütenstande zunächst zwei seitliche in den Achseln eines Paares gegenständiger Blätter, weiter unten wechselständige Zweige. Endblütenstand von etwa 10 bis 25 cm Durchmesser. Blütenstiele und Stielchen kurzhaarig-rauh. Kelchzipfel winzig. Kronblätter mit eingeschlagener, nicht abgesetzter Spitze, grünlichweiss. Griffelpolster breit. Griffel in der Blüte winzig, später verlängert. Früchte etwa 7 mm lang und 4 mm breit; die äussere Fruchtschale löst sich von der inneren ab, so dass scheinbar der Same frei in einem Nüsschen liegt. Oelgänge etwa 8 in jedem Zwischenrippenraume. 6-8. (Synonyme: Angelica archangelica und litoralis, Archangelica sativa und litoralis; Brustwurz, Engelwurz.)
An Ufern, in feuchten Wäldern und Gesträuchen, aufwiesen, an Strassen und Dämmen; nicht selten im Ostseeküstenlande, zerstreut im Nordseegebiet bis zur Weser westwärts sowie im Reg.-Bez. Lüneburg, Braunschweig, Prov. Sachsen und Brandenburg, Anhalt, Thüringen, im Harz und Unterfranken, dem nördlichen Franken sehr zerstreut in der Prov. Posen, selten in den binnenländischen Teilen von Ost- und Westpreussen, nicht selten in den Gebirgslandschaften des Kgr. Sachsen und Schlesiens, selten im übrigen Deutschland, und dann in der Regel erkennbar verwildert. Auch in Schlesien, dem Kgr. Sachsen und Thüringen wächst die Pflanze vorwiegend in der Nähe von Gärten, wird gerade in diesen Landschaften wie auch in Franken und dem Elsass noch mehrfach in Dorfgärten, an einzelnen Stellen sogar felderweise, gebaut. Aber im Riesengebirge wird sie für einheimisch gehalten. In der Heilkunde wird sie nur noch selten gebraucht.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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