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Blumenbachs Butterbirne
Blumenbachs Butterbirn

Heimath und Vorkommen: sie wurde vom Major Esperen zu Mecheln im Jahre 1820 erzogen und von ihm zu Ehren Napoleon’s, der nach ihm auch als Soldat den Werken des Friedens Rechnung trug, Soldat-Laboureur genannt. Oberdieck erhielt sie ohne Namen von van Mons und benannte sie 1852 Blumenbach, zu Ehren seines Lehrers in Göttingen. Ich erhielt bereits im Jahre 1860 Reiser dieser ausgezeichneten Sorte und habe sie vielfach verbreitet; auf meinen Vorschlag wurde sie zu Trier im Jahre 1874 von der 7. Versammlung deutscher Pomologen unter die 50 anzupflanzenden Sorten aufgenommen.
Literatur und Synonyme:
1. Blumenbach’s Butterbirn (Oberdieck, Anleitung zur Kenntniss des besten Obstes, 1852, S. 284.)
2. Blumenbachs Butterbirn (Jahn, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 60.)
3. Soldat-Laboureur (Annales de Pomologie, III. S. 31.)
4. Auguste van Mons Soldat (Decaisne, le Jardin fruitier du Museum, 1865, VII.)
5. Soldat-Laboureur (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 852,)
6. Soldat-Laboureur (Mas, le Verger II, No. 64.)

Gestalt: mittelgrosse, etwa 70 mm breite, 90 mm hohe, birnförmige, oft dickbauchige, veränderliche Frucht mit etwas ungleicher Oberfläche.
Kelch: offen oder halbgeschlossen; Blättchen klein, braun, aufrechtstehend mit zurückgeschlagenen Spitzen; Kelcheinsenkung ziemlich flach, mit schwachen Falten umgeben.
Stiel: kurz, holzig, dunkelbraun, in einer schwachen, engen Vertiefung; oft durch Wucherung des Fleisches zur Seite gedrückt.
Schale: etwas dick, rauh, anfangs gelblich grün, später gelblich, ohne alle Röthe, mit zahlreichen braunen Punkten, die um Kelch und Stiel häufig in Rostfiguren übergehen.
Fleisch: gelblich weiss, fein, schmelzend, von weinsäuerlichem, zimmetartigem Zuckergeschmacke.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer mittelgross, eirunde, kurz zugespitzte, hellbraune Samen enthaltend, von schwachen Granulationen umgeben.
Reife und Nutzung: vorzügliche Tafelbirn, welche im November zeitigt und sich gegen 4 Wochen hält.
Eigenschaften des Baumes: er wächst gut, gedeihet in jedem Boden, ist andauernd tragbar, bildet schöne Pyramiden, war hier nicht empfindlich und kam auf Quitten sehr gut fort; nach Anderen soll er eine warme geschützte Lage verlangen. Sommertriebe olivenbraun, kurz, stark punktirt; Fruchtaugen gross, braun, spitz kegelförmig; Holzaugen eirund, zugespitzt, abstehend; Blätter eiförmig, sanft zugespitzt, glänzend, scharf gezähnt; Blattstiele sehr lang; Afterblätter lang, linienförmig.
Ich kann sie namentlich zur Anzucht von Pyramiden empfehlen; sie bildet leicht Fruchtholz, auch sitzen die Früchte ziemlich fest.
Wegen seiner grossen Fruchtbarkeit und seines schwachen Wachsthums kann er auch auf Wildling veredelt zu Pyramiden angepflanzt werden. Die seitlichen Triebe werden im Mai in noch krautartigem Zustande entspitzt, Ende September dagegen auf 3 bis 4 Augen zurückgeschnitten. Die Leitzweige schneidet man im März ziemlich kurz, um kräftigen Holztrieb zu erlangen.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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