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Forellenbirne
Forellenbirn

Heimath und Vorkommen: sie ist wahrscheinlich eine deutsche Nationalfrucht; soll in der Provinz Sachsen entstanden sein. Sickler erhielt sie aus Wittenberg und Diel 1806 von dem bekannten Pomologen Büttner in Halle a./S. Schon in der ersten Versammlung deutscher Pomologen zu Naumburg im Jahre 1853 wurde sie zur allgemeinen Anpflanzung empfohlen.
Literatur und Synonyme:
l.  Forellenbirn (Sickler, 1803, deutscher Obstgärtner, S. 167).
2. Forellenbirn (Diel, 1806, V. S. 51).
3. Forelle (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 520).
4. Corille (Bivort, Album de Pomologie 1850, III. 65).
5. Forellenbirn (Jahn, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 67).
Gestalt: mittelgrosse, etwa 66 mm breite, 70 mm hohe, bald birnförmige, bald kreiseiförmige, jedoch sehr veränderliche Frucht, die auf einer Seite oft entwickelter ist, als auf der anderen.
Kelch: halbgeschlossen, oft auch offen; Blättchen klein, hart, schwarzbraun, Kelcheinsenkung ziemlich tief und eng, meist von Falten umgeben.
Stiel: lang, holzig, hellgrün, in einer sehr schwachen Vertiefung, oft etwas zur Seite gedrückt.
Schale: ziemlich glatt, etwas geschmeidig, hellgrün, später citrongelb, auf der Sonnenseite schön carminroth oder braunroth, mit zahlreichen, ziemlich grossen, bräunlichen, auf der Sonnenseite röthlich umsäumten Punkten, die der Schale das Aussehen einer Forellenhaut geben.
Fleisch: weiss, fein, saftreich, schmelzend, von erhabenem, süssweinsäuerlichem, etwas alant- oder melonenartigem Geschmacke.
Kernhaus: schwachhohlachsig; Fächer sehr klein, ovale, kurz zugespitzte, oft wenig ausgebildete Samen enthaltend, von undeutlichen Granulationen umgeben.
Reife und Nutzung: eine vorzügliche Tafelfrucht, aber auch für die Wirthschaft und den Markt sehr brauchbar; sie zeitigt anfangs November und hält sich bis Januar. Die schöne Färbung macht sie für die Tafel werthvoll.
Eigenschaften des Baumes: er wächst sehr kräftig, bildet schöne Pyramiden, trägt gut, verlangt aber guten, nahrhaften, nicht zu trockenen Boden und eine warme geschützte Lage. Auf Quitte veredelt, giebt er tragbare Pyramiden und Palmetten, deren Früchte sich durch Grösse, Schönheit und Geschmack auszeichnen.
Sommertriebe kräftig, braunroth, fein punktirt; Fruchtaugen gross, kegelförmig, schwach wollig; Holzaugen spitz, braun, abstehend; Blätter mittelgross, eiförmig, meist zugespitzt, an der Spitze fein gesägt, oft ganzrandig, wellenförmig; Blattstiele kurz, stark, Afterblätter fehlen gewöhnlich.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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