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Hardenponts Winter Butterbirn
Hardenponts Winter Butterbirn

Heimath und Vorkommen: sie wurde vom Abbe Hardenpont in Mons (Belgien) aus Samen erzogen und ist seit 1759 in Belgien bekannt. Noisette in Paris erhielt sie aus dem Garten des Herzogs von Arenberg in Hervele bei Löwen und gab ihr den Namen Beurré d’Arenberg. Empfohlen wurde sie in der ersten Versammlung deutscher Pomologen zu Naumburg im Jahre 1853.
Literatur und Synonyme:
1. Hardenpont’s Winterbutterbirn (Diel, 1816, VIII, S. 40).
2. Gloux-Morceau (Parmentier, en 1820, cité dans les Transactions of the horticultural Society of London, 1824, t. V., Appendix No. 2, p. 6).
3. Beurré d’Hardenpont d’Hiver (van Mons, Bulletin des sciences agricoles, publié par le baron de Férussac, 1825, t. IV. p. 199).
4. Beurré de Cambron (du Breuil, Cours d’arboriculture, 1854, t. II. p. 569).
5. Goulu Morceau (Decaisne, Jardin fruitier du Museum I. 1858).
6. Beurré d’Arenberg (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 159).
7. Kronprinz Ferdinand (Diel I. S. 217).
8. Beurré d’Hardenpont, (Mas, le Verger, I. No. l).
9. Hardenpont’s Winterbutterbirn (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 73).

Gestalt: gross oder sehr gross, etwa 80 mm breite und 100 mm hohe, stumpf-kreiselförmige, auch bauchig-birnförmige, veränderliche Frucht, mit sehr ungleicher, an einzelnen Stellen mehr oder weniger aufgetriebener Oberfläche.
Kelch: meist offen; Blättchen kurz, hart, aufrecht, braun; Kelcheinsenkung ziemlich tief, mit Falten umgeben, die über den Rand gehen und sich schwach über die ganze Frucht hinziehen.
Stiel: stark, fast fleischig, oft ziemlich lang, braun, in einer mit schwachen Beulen umgebenen Vertiefung stehend, bisweilen zur Seite gedrückt.
Schale: ziemlich fein, matt hellgrün, später hellgelb, auf der Sonnenseite mitunter schwach geröthet, doch gewöhnlich ohne alle Röthe, mit zahlreichen rostfarbenen Punkten bedeckt, namentlich um Kelch und Stiel.
Fleisch: gelblich weiss, sehr zart, schmelzend, von köstlichem, weinsäuerlichem, gewürzhaftem, melonenartigem Geschmacke.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer gross, rundlich-ovale, dunkelbraune, kurz zugespitzte, gut ausgebildete Samen enthaltend; von weichen Granulationen umgeben.
Reife und Nutzung: eine der vorzüglichsten Tafelbirnen, deren Lagerreife im November beginnt und welche sich bis Januar hält.
Eigenschaften des Baumes: er wächst gut, verlangt aber geschützte, warme Lagen und guten nahrhaften Boden. Auf Wildling und Quitte bildet er schöne Pyramiden, deren Anpflanzung ich eben so sehr empfehlen kann, wie auch Horizontal-Cordon und Palmetten. Sommertriebe schwach, olivenbraun, punktirt; Fruchtaugen gross, kurz-kegelförmig, etwas zugespitzt, braun; Holzaugen spitz-kegelförmig, abstehend; Blätter breit-eiförmig, auch eilanzettlich, glatt, scharf gezähnt; Blattstiele mittellang, schwach; Nebenblätter linienförmig.
Die abgebildete Frucht ist von einer Palmette; am Hochstamme wird sie nicht so gross.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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