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Six’s Butterbirne
Six’s Butterbirne

Heimath und Vorkommen: Diese werthvolle Frucht wurde von dem Gärtner Six in Courtray in Belgien aus Samen gezogen; der Baum trug die ersten Früchte im Jahre 1845. In Deutschland noch wenig verbreitet, wurde sie zuerst von der 7. Versammlung deutscher Pomologen in Trier im Jahre 1874 zur allgemeinen Anpflanzung empfohlen.
Literatur und Synonyme:
1.  Beurré Six (Bivort, Album de pomologie III. S. 53.).
2. Poire Six (Decaisne, le Jardin fruitier du Museum, 1860, III.).
3. Six’s Butterbirn (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 425).

Gestalt: sehr grosse, etwa 80 mm. breite, 100 mm. hohe, meist bauchig-birnförmige Frucht; der Bauch sitzt mehr nach dem Kelche zu und nimmt nach dem Stiele zu stärker ab; Spitze abgestumpft.
Kelch: ganz oder halbgeschlossen; Blättchen braun, hart, aufrechtstehend; Kelcheinsenkung flach, durch Falten unregelmässig, welche oft über den Rand treten und sich über die Frucht hinziehen.
Stiel: stark und lang, braun, meist gekrümmt, ohne Absatz in die Frucht übergehend, bei einzelnen Früchten wie eingesteckt.
Schale: glatt, glänzend, hellgrün, kaum etwas gelb werdend, ohne alle Röthe; Schalenpunkte zahlreich, um Kelch und Stiel oft mit Rostfiguren gezeichnet; einzelne Früchte zuweilen stark mit bräunlichem Roste überzogen.
Fleisch: grünlich weiss, unter der Schale grünlich, sehr fein, saftreich, butterhaft, von eigenthümlichem, gewürzhaftem Geschmacke.
Kernhaus: hohlachsig; Fächer verhältnissmässig klein, gut entwickelte, grosse, rundlich ovale, lang zugespitzte, schwarzbraune Samen enthaltend; Granulationen finden sich nicht vor; Kelchröhre flach.
Reife und Nutzung: auch bei uns eine vorzügliche Tafelfrucht, die Anfang November reift und sich bis Decemher hält.
Eigenschaften des Baumes: er wächst schwach, bildet schöne Pyramiden, ist ungemein fruchtbar und kommt in jedem Boden gut fort. Auf Quitte treibt er zu schwach und bildet auf Wildling schöne, tragbare Pyramiden; in warmen Lagen ist er auch als Hochstamm zu empfehlen und war hier nie gegen rauhe Witterung empfindlich.
Sommerzweige bräunlich grün, etwas gekrümmt, kräftig, stark punktirt; Blüthenaugen gross, eirund, braun; Holzaugen spitz kegelförmig, anliegend; Blätter mittelgross, oval oder elliptisch, glatt, dunkelgrün, fein gesägt, etwas schiffförmig; Stiele kräftig, kurz; Nebenblätter kurz, linienförmig.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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